Sozialbericht: Lage laut Köpping vielfach verbessert

Die soziale Lage in Sachsen hat sich nach Einschätzung von Sozialministerin Petra Köpping (SPD) in den vergangenen Jahren in vielen Bereichen gebessert. Der zweite Sozialbericht 2005 bis 2019 zeige, dass die sozialpolitischen Maßnahmen und das investierte Geld gut angelegt seien, sagte sie am Dienstag in Dresden zur Vorstellung der 800-seitigen Bestandsaufnahme. Familien profitierten von guten Betreuungsmöglichkeiten, allerdings nehme die Bevölkerung außerhalb der Großstädte weiter leicht ab. Von «abgehängten Regionen» aber könne keine Rede sein. Es gebe keine, wo nur schwierige Bedingungen seien oder sich alles nur positiv entwickle.
Petra Köpping, Sozialministerin in Sachsen. © Hendrik Schmidt/dpa/Archivbild

Laut Köpping geht es aber nicht überall in die richtige Richtung oder in ausreichend großen Schritten. In Krisen konnten die Substanz stabilisiert, Jobs erhalten und die Menschen unterstützt werden. Der Rückgang der Bevölkerung habe sich abgeschwächt, es seien mehr Menschen zu- als weggezogen. «Die regionalen Unterschiede sind allerdings weiterhin groß.» So legten Dresden und Leipzig bei der Bevölkerung zu, während der Raum Görlitz, Erzgebirgskreis oder Vogtlandkreis nach wie vor deutlich verlören.

Wegen der demografischen Entwicklung und des Fachkräftemangels bleibt die Pflege eine große Herausforderung. Laut Köpping verdoppelte sich die Zahl der Pflegebedürftigen auf rund 251.000, auch weil die Gruppe der Leistungsberechtigten mit Umstellung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs 2017 größer wurde. Bis 2035 werde mit einem weiteren Anstieg auf rund 282.500 gerechnet. Um das derzeitige Versorgungsniveau zu halten, müssten bis dahin 8810 zusätzliche vollstationäre Pflegeplätze geschaffen werden. Im Vergleich zu 2017 brauche es schon bis 2030 einen Mehrbedarf von 12 800 Vollzeit-Pflegekräften insgesamt in der ambulanten und stationären Pflege. Hoffnung macht Köpping eine deutlich erhöhte Absolventenzahl in der Altenpflege-Ausbildung.

Die Situation bei der Kinder-Betreuung hat sich verbessert und damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. So stieg die Quote bei den Ein- bis unter Dreijährigen von 48 Prozent 2006 auf 76 Prozent 2020 und lag damit über dem bundesdeutschen Durchschnitt (51 Prozent). Das mittlere monatliche Nettoeinkommen bei Erwerbstätigen erhöhte sich von 915 Euro auf 1479 Euro, auch weil mehr Paare erwerbstätig sind. 2018 lag aber mindestens die Hälfte der Vollzeitbeschäftigten unterhalb des aktuellen Mindestlohns von 12 Euro.

Einkommen und Vermögen sind gestiegen, Sachsen ist aber noch immer unter den Schlusslichtern im Bundesvergleich.

© dpa
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