Weiter Niedrigwasser in Sachsens Flüssen: Elbdampfer fahren

Trotz Trockenheit und Regenmangels hat die Elbe am Oberlauf derzeit für die touristische Schifffahrt noch genügend Wasser. Während der Gütertransport auf dem Fluss schon seit Monaten lahm liegt, können die Dampfer der Dresdner Weißen Flotte uneingeschränkt fahren. Dank aus Tschechien kommender Wellen haben sie derzeit genug Wasser unter dem Kiel. Die Sprecherin des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), Karin Bernhardt, sprach am Mittwoch von einem «Glücksumstand». Man profitiere von der Abgabe über die Kaskade der Moldau, die im Zuge geplanter Baumaßnahmen an der Talsperre Orlìk verdoppelt wurde. Sie mündet später in die Elbe.
Der Schaufelraddampfer „Meissen“ fährt vor der Kulisse der Dresdner Altstadt auf der Elbe. © Sebastian Kahnert/dpa

Die Fahrgastschifffahrt laufe normal, mit einer Ausnahme: Touren in die Sächsische Schweiz seien wegen der Waldbrände im Nationalpark derzeit verkürzt, sagte eine Sprecherin der Weiße Flotte GmbH Dresden. Die historischen Raddampfer und modernen Salonschiffe könnten voll ausgelastet werden. Alle Pegelstände der Elbe in Sachsen bewegten sich im Normalbereich, in Dresden aktuell bei 1,32 Metern. «Der mittlere Wert liegt inzwischen bei 1,54 Metern, vor 20 Jahren waren das noch um die zwei Meter», sagte Bernhardt.

In den meisten anderen Flüssen verschärfen Hitze und Wind nach dem aktuellen Wochenbericht der Behörde die Bodentrockenheit, die Grundwasserstände sinken. Da sie momentan vor allem aus dem Grundwasser gespeist werden, seien schon kleinere Flüsse und Bäche trocken. Aktuell besteht an 80 Prozent der ausgewerteten 149 Pegel Niedrigwasser, an elf Prozent ist die Marke fast erreicht.

Die Situation sei «noch angespannter als im extremen Trocken- und Niedrigwasserjahr 2018». So haben die Nebenflüsse der Oberelbe nur fünf bis 45 Prozent der typischen Durchflussmengen im August, die der mittleren Elbe etwa ein Viertel und die Lausitzer Neiße 15 bis 30 Prozent. Und da auch in den nächsten Tagen kein Regen in Aussicht sei, geht die Behörde von einer weiteren Verschärfung aus.

Auch die Binnenschiffer brauchen Niederschläge, «dauerhaft und ergiebig», wie eine Sprecherin der Sächsische Binnenhäfen Oberelbe in Dresden sagte. Derzeit sei ein Gütertransport auf dem Fluss derzeit wirtschaftlich unmöglich. «Wir versuchen, auf Schiene und Lkw zu verladen, das bedeutet Mengenverlust.»

© dpa
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