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Sachsen erinnert an Opfer des Nationalsozialismus

«Nie wieder Faschismus» lautet die Botschaft in Deutschland, wenn alljährlich am 27. Januar an die Opfer des NS-Terrors erinnert wird. 79 Jahre nach Kriegsende ist das angesichts rechtsextremer Umtriebe dringend nötig.
Barbara Klepsch
Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch spricht bei einer Pressekonferenz. © Jan Woitas/dpa

Vertreter verschiedener Parteien haben in Sachsen das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus mit einem Aufruf zur Verteidigung der Demokratie verbunden. «Die Lehren, die wir aus der Geschichte ziehen, müssen unser aktives Handeln in der Gegenwart bestimmen. Demokratie, Meinungsfreiheit, Toleranz - für die Verteidigung dieser gesellschaftlichen Werte brauchen wir mehr denn je das Engagement eines jedes Einzelnen», erklärte Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) am Freitag in Dresden. Das sei man allen NS-Opfern schuldig.

«Wir alle tragen Verantwortung, dass nie wieder geschieht, was nie hätte geschehen dürfen», sagte Landtagspräsident Matthias Rößler. «Wir erinnern an Millionen Menschen, die aus politischen, ethnischen, religiösen, weltanschaulichen und anderen Gründen ihr Leben verloren. Wir erinnern an die fast vollständige Vernichtung der europäischen Juden durch Deutsche und ihre Helfershelfer. Wir gedenken Hunderttausender Kinder, die im Holocaust umkamen.» Gleiches gelte für die mutigen Frauen und Männer, die der NS-Barbarei etwas entgegengesetzt und das oft mit ihrem Leben bezahlt hätten.

«Antisemitismus und Verschwörungserzählungen waren die Wurzeln des NS-Terrors und haben auch heute wieder Hochkonjunktur. Das zeigt, dass unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung akut in Gefahr ist», mahnte Sozialministerin Petra Köpping (SPD). Man müsse diese Bedrohung sehr ernst nehmen und bekämpfen. «Jüdisches Leben muss geschützt und geachtet werden - ohne Wenn und Aber.» Seit dem terroristischen Angriff der Hamas auf Israel und der daraus resultierenden Verschärfung des Nahost-Konflikts habe es einen deutlichen Anstieg antisemitischer Straftaten in Deutschland gegeben.

«Ob Hakenkreuz-Schmierereien auf der Schulbank, die Markierung von Wohnhäusern mit Davidsternen oder antisemitisch aufgeladene Israelfeindschaft: Es ist zutiefst beschämend, dass Antisemitismus ausgerechnet im Ursprungsland der Shoah wieder alltäglich ist», so Köpping. Eine demokratische, vielfältige und offene Gesellschaft müsse immer wieder aufs Neue erkämpft und verteidigt werden. «Wir alle tragen gemeinsam die Verantwortung dafür, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt nicht durch diejenigen erschüttert wird, die Verschwörungserzählungen, Desinformation und extremistisches Gedankengut einsetzen, um Angst und Hass zu schüren.»

«Unsere Geschichte sollte uns eins gelehrt haben: In unserem Land dürfen nie wieder die Rechtsextremen den politischen Ton angeben. Als Staat und Gesellschaft ist es unsere Aufgabe, uns schützend vor diejenigen zu stellen, die auch heute wieder zum Ziel antisemitischer und menschenfeindlicher Angriffe werden. Wir alle müssen dafür Sorge tragen, dass jeder Mensch hier sicher leben kann», hob Justizministerin Katja Meier (Grüne) hervor.

«Die Erinnerung an die Gräuel, die vom faschistischen Deutschland ausgingen, muss leben. Sie ist die Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass die extreme Rechte niemals wieder Macht bekommt», hieß es in einer Erklärung der Parteispitze der Linken. «Wir wehren uns gegen die politischen Lobbyisten des Schlussstrichs, die es bejubeln, wenn Vorbehalte und Hass gegen Geflüchtete, Andersdenkende, Andersaussehende und Anderslebende wachsen.»

Am 27. Januar wird bundesweit an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. An diesem Tag im Jahr 1945 hatte die Rote Armee das Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau befreit. Die Stadt Freital sagte am Freitag eine Gedenkfeier ab, nachdem ein AfD-Politiker die Rede beim Holocaust-Gedenken halten sollte und damit Proteste auslöste. Scharfe Kritik gab es etwa vom Internationalen Auschwitz Komitee. Vertreter der AfD hätten die Verbrechen der Nazijahre wiederholt bagatellisiert und für irrelevant erklärt, betonte Vizepräsident Christoph Heubner.

Die zentrale Veranstaltung in Sachsen findet in Leipzig statt. Am Mahnmal in Abtnaundorf hält Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) die Gedenkrede, Landesrabbiners Zsolt Balla spricht ein Gebet. Im Anschluss will Kultusminister Christian Piwarz (CDU) im Neuen Rathaus in Leipzig die Ausstellung «Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte» zum Leben von Anne Frank eröffnen.

© dpa
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