Dresdner Juwelendiebstahl: Angeklagte reden über ihr Leben

Zwei der wegen des Juwelendiebstahls aus dem Dresdner Grünen Gewölbe im November 2019 am Landgericht Angeklagten haben keinen Beruf, lebten zeitweise von Sozialhilfe und fielen mehrfach durch Straftaten auf. Viele der Verfahren am Amtsgericht Berlin-Tiergarten wurden nach den Möglichkeiten des Jugendstrafrechts mit Weisungen oder Jugendarrest beendet, wie aus den am Dienstag im Prozess verlesenen Einträgen im Bundeszentralregister hervorgeht.
Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. © Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Ein 28-Jähriger wuchs mit acht Geschwistern auf, seine Eltern stammen aus dem Libanon, wie er am Dienstag im Prozess berichtete. Den Hauptschulabschluss schaffte er mit Förderung, danach jobbte er, war immer wieder arbeitslos. Der Vater zweier kleiner Kinder hat Drogenerfahrung und ist seit 2008 insgesamt zwölf Mal aktenkundig - wegen Beleidigung, Nötigung, Diebstählen oder gefährlicher Körperverletzung. Er war auch mehrfach für einige Monate im Gefängnis.

Ein 25-Jähriger, wegen Diebstahls der Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum 2017 rechtskräftig zu viereinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilt, schaffte trotz Förderung keinen Schulabschluss, eine Berufsvorbereitung als Tischler wurde abgebrochen. Seit Sommer 2020 machte er bis zu seiner Festnahme im November 2020 eine Ausbildung zum Pflegehelfer - er pflegte nach der vom Verteidiger verlesenen Erklärung seinen querschnittsgelähmten Vater. Auch er hat Probleme mit Drogen und ist aktenkundig seit 2012: Beleidigung, Nötigung, Einbruch, Raub, Diebstahl mit Waffen, Betrug, Urkundenfälschung, versuchte Körperverletzung.

Insgesamt wird seit Ende Januar gegen sechs junge Männer wegen schweren Bandendiebstahls, Brandstiftung und besonders schwerer Brandstiftung verhandelt. Die Deutschen aus einer bekannten arabischstämmigen Berliner Großfamilie sollen am 25. November 2019 aus dem Historischen Grünen Gewölbe 21 Schmuckstücke mit tausenden Diamanten und Brillanten im Wert von insgesamt über 113 Millionen Euro gestohlen und zudem Sachschäden in Höhe von über einer Million Euro hinterlassen haben.

Der Prozess wird am kommenden Dienstag fortgesetzt - mit Erklärungen weiterer Angeklagter zu ihren persönlichen Lebensumständen.

© dpa
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