Vor Verhandlungsrunde: Über 1000 Stahlarbeiter streiken

Kurz vor der dritten Verhandlungsrunde über höhere Löhne für die Stahlindustrie Ost haben am Donnerstag noch einmal rund 1200 Beschäftigte in Brandenburg und Sachsen die Arbeit niedergelegt. In Eisenhüttenstadt traten nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall bei ArcelorMittal und fünf Dienstleistern und Zulieferern 950 Beschäftigte in den Ausstand. Bei den Schmiedewerken Gröditz in Sachsen beteiligten sich demnach gut 250 Mitarbeitende am Warnstreik.
Beschäftigte nehmen an einem Warnstreik teil. © Stefan Sauer/dpa/ZB/Symbolbild

IG Metall-Bezirksleiterin Birgit Dietze forderte die Arbeitgeber auf, bis zur nächsten Verhandlung am Montag (13.6.) ein Angebot für eine deutliche Erhöhung der Monatslöhne vorzulegen. Fast 3000 Stahlarbeiter und - arbeiterinnen hätten sich in den vergangene zwei Wochen an den Warnstreiks in Ostdeutschland beteiligt. «Damit kann bei den Arbeitgebern kein Zweifel mehr an der Entschlossenheit ihrer Beschäftigten bestehen», erklärte Dietze. Die Beschäftigten seien bereit, die Warnstreiks deutlich auszuweiten.

Zwei Verhandlungsrunden hatten bislang kein Ergebnis gebracht. Die Gewerkschaft fordert in der Tarifrunde 8,2 Prozent mehr Geld für die 8000 Beschäftigten der ostdeutschen Stahlindustrie. Der Geschäftsführende Vorstand des Arbeitgeberverbands Stahl, Gerhard Erdmann, wies die Forderung der Gewerkschaft am Donnerstag als überzogen zurück. «Wir stimmen zwar mit der Gewerkschaft überein, dass es in den Unternehmen in diesem und im nächsten Jahr gute Ergebnisse gab», sagte er. «Aber was die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs angeht, gucken wir in ein großes schwarzes Loch.»

Wegen der ungewissen weiteren Entwicklung hätten die Arbeitgeber in der Tarifverhandlung für dieses Jahr eine Einmalzahlung von 2100 Euro angeboten, erläuterte Erdmann. Die IG Metall hat dieses Angebot als völlig unzureichend zurückgewiesen. Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft die Verlängerung der Tarifverträge zur Altersteilzeit, zum Einsatz von Werkverträgen und zur Beschäftigungssicherung.

© dpa
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