Busse im Vogtlandkreis sollen ab Samstag wieder fahren

Wer am Freitag im Vogtlandkreis auf den Bus zur Schule oder zur Arbeit angewiesen war, hatte schlechte Karten. Nach monatelangem Streit um höhere Kosten ließen die Busunternehmen ihre Fahrzeuge im Depot. Nun sollen die Busse ab Samstag wieder planmäßig fahren.
Ein Schild weist auf eine Bushaltestelle hin. © Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Im Vogtlandkreis sollen ab Samstag die Busse wieder nach Plan fahren. In Verhandlungen am Freitag sei eine einvernehmliche Lösung gefunden worden, teilte das Landratsamt mit. Durch eine außerordentliche Kündigung der Bietergemeinschaft Bus war es am Vortag zur Eskalation des monatelangen Streits mit dem Landkreis gekommen. Infolgedessen fielen dort fast alle Busse aus, auch Schulbusse waren betroffen.

Schon im Oktober hatten die Busunternehmen unter anderem wegen steigender Energiekosten und einem hohen Krankenstand eine Vertragsänderung gefordert und gedroht, den Verkehr einzustellen. Das war zunächst abgewendet worden. Der Zweckverband Öffentlicher Personennahverkehr Vogtland, dem der Verkehrsverband Vogtland angehört, hatte nach eigenen Angaben jüngst Abschläge aus 2021 im höheren sechsstelligen Bereich zurückgefordert, weshalb es dann zur Eskalation des Streits gekommen sei.

In den Verhandlungen seien die Weichen für eine kurzfristige Kommunalisierung des Busverkehrs im Vogtlandkreis gestellt worden, erklärte Landrat Thomas Hennig. Damit werde dieser wieder auf sichere Beine gestellt. Am Donnerstag hatte der CDU-Politiker den Unternehmen vorgeworfen, den «vermeintlichen Dissens» auf dem Rücken von Schülern und der Bevölkerung auszutragen. Das sei «hochgradig verantwortungslos».

Die Situation sei unhaltbar, kritisierte der Fahrgastverband Pro Bahn am Freitag. Hier werde ein Konflikt auf dem Rücken der Fahrgäste ausgetragen und die Daseinsvorsorge im Schülerverkehr komplett ignoriert. Es gebe ein hohes Maß an Verantwortungslosigkeit und Unprofessionalität bei den Akteuren. Der Verband rief die Beteiligten auf, konstruktiv an einer Lösung zu arbeiten und nicht Fahrgäste als Druckmittel zu nutzen.

Dass fast der gesamte Busverkehr in der Region ausfalle, sei vorab über alle möglichen Kanäle informiert worden, sagte der Sprecher des Verkehrsverbundes Vogtland, Fabian Holst. Es habe aber sicher trotzdem der ein oder andere vergeblich an der Haltestelle gewartet. Fahrgäste und Eltern waren aufgerufen, Fahrgemeinschaften zu bilden. Holst: «Die Elternchats sind seit gestern heiß gelaufen.»

Wie viele Schüler deswegen am Freitag nicht oder zu spät zur Schule kamen - dazu lagen dem Landesamt für Schule und Bildung zunächst keine Zahlen vor. Es sei aber absolut unverständlich, dass hier Minderjährige in der Kälte stehen gelassen werden, sagte der Sprecher des Landesamtes, Roman Schulz, gerade auch mit Blick auf betroffene Grundschüler. Die Schulen seien angehalten worden, die Situation nicht zum Nachteil der Schüler auszulegen, etwa mit Blick auf verpasste Klassenarbeiten und Kontrollen.

Nicht von den Ausfällen betroffen waren den Angaben nach Stadtbus- und Straßenbahnlinien in Plauen, verbundübergreifende Buslinien sowie der Eisenbahnverkehr.

© dpa
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