Braucht Chemnitz einen Nachtbürgermeister?

13.04.2022 Amsterdam hat ihn, Stuttgart ebenso und seit vorigem Jahr auch Leipzig: einen Nachtbürgermeister. Nun macht sich auch in Chemnitz ein Kulturbündnis für einen solchen Ansprechpartner stark - auch mit Blick auf das Kulturhauptstadtjahr 2025.

Dirk Zöllner und Band spielen vor dem Karl-Marx-Monument. © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Mit einem sogenannten Nachtbürgermeister wollen Initiativen neuen Schwung ins Chemnitzer Nachtleben bringen. «Wir sind davon überzeugt, dass es eine solche Stelle dringend braucht», sagte Kai Winkler vom Kulturbündnis Hand in Hand der Deutschen Presse-Agentur. Dabei verwies er auch auf das Kulturhauptstadtjahr 2025, wenn täglich viele Tausend Gäste in der Stadt erwartet werden. Derzeit können Clubs und Kneipen nach den Corona-Zwangspausen zwar wieder öffnen. Doch mangle es etwa an Angeboten von Bussen und Taxis in der Nacht, erklärte Winkler. Als Koordinator könne ein Nachtbürgermeister verschiedene Akteure zusammenbringen, um Probleme wie diese zu lösen.

Solche Stellen gibt es bereits in anderen Städten wie Stuttgart, Mannheim oder Osnabrück - und seit gut einem halben Jahr auch in Leipzig. «Nachtkultur ist ein relevanter Standortfaktor für eine Stadt», betonte Nils Fischer, der seit Ende September dort als Fachbeauftragter für Nachtkultur fungiert. Solch eine Stelle sei auch eine Wertschätzung für diesen Kulturzweig, der häufig ganz eigene Problemlagen habe. In Leipzig gehe es etwa darum, gegen das «Clubsterben» anzugehen und Orte der Subkultur in der Stadtplanung zu berücksichtigen. Dazu sei ein Kulturkataster initiiert worden.

Nach seiner Einschätzung erkennen immer mehr Städte, dass es ab einer bestimmten Größe Menschen und Strukturen brauche, die sich speziell mit den Belangen der Nachtökonomie beschäftigen. Für Chemnitz halte er dies ebenfalls für sinnvoll. «Chemnitz hat ein deutschlandweit bekanntes Nachtleben», erklärte Fischer und verwies etwa auf den überregional bekannten Club Atomino. «Das sollte Anerkennung finden.»

Winkler wünscht sich, dass eine solche Stelle bei der Wirtschaftsförderung angesiedelt wäre. Denn florierende Restaurants und Clubs sowie eine lebendige freie Kulturszene machten eine Stadt nicht nur attraktiv, sie seien auch ein Wirtschaftsfaktor. Allein die in seinem Verein organisierten Clubs hätten rund 700 Beschäftigte und setzten jährlich etwa 2,5 Millionen Euro um. Er hoffe, dass schon im kommenden Jahr in Chemnitz eine Stelle für einen Nachtbürgermeister oder eine Nachtbürgermeisterin geschaffen werde, betonte Winkler.

Dazu sollten an diesem Mittwoch bei einer Konferenz zur Nachtökonomie Erfahrungen mit anderen Städten ausgetauscht werden. Es wurden laut Winkler mehr als 100 Teilnehmer erwartet. Ziel sei es, einen Prozess anzustoßen, der die kulturelle Stadtentwicklung und das Projekt Nachtbürgermeister voranbringe, hieß es. Die Stadt selbst unterstützt das Projekt mit Fördermitteln aus dem Kulturetat.

© dpa

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