Semperoper kündigt zehn Premieren für neue Spielzeit an

Turandot, Katja Kabanowa und die Jüdin von Toledo: Frauengestalten geben im neuen Spielplan der Semperoper den Ton an. Nach der Saison steht der Sächsischen Staatsoper ein Umbruch bevor.
Peter Theiler, Intendant der Sächsischen Staatsoper, steht vor Beginn der Spielplanvorstellung der Semperoper. © Robert Michael/dpa

Die Semperoper in Dresden will in der letzten Spielzeit ihres Intendanten Peter Theiler aus dem Vollen schöpfen und dem Publikum zehn Premieren präsentieren. Neben bekannten Stücken sind auch drei Uraufführungen und eine deutsche Erstaufführung in den Sparten Oper, Ballett und Junge Szene dabei. Theiler versteht das Programm als Beitrag zu den Wertedebatten der Gegenwart.

Im Programm dominieren Frauenfiguren, die stellvertretend die Geschichte der weiblichen Emanzipation dokumentieren sollen. Den Premierenreigen eröffnet im Oktober eine Neuproduktion von Giacomo Puccinis «Turandot» in der Regie der französischen Regisseurin Marie-Eve Signeyrole, mit Elisabet Teige in der Titelpartie und Ivan Repušić am Dirigentenpult.

Im Februar 2024 kommt als Auftragswerk der Semperoper die von Detlev Glanert komponierte Oper «Die Jüdin von Toledo» nach dem Bühnenstück von Franz Grillparzer zur Uraufführung. Die Regie hat Robert Carsen, die musikalische Leitung Jonathan Darlington. Im März folgt «Die Frau ohne Schatten» von Richard Strauss, bei deren Inszenierung mit Camilla Nylund und Evelyn Herlitzius zwei Dresdner Publikumslieblinge zu erleben sind. Für die Regie zeichnet David Bösch verantwortlich, am Pult steht Christian Thielemann. Das Werk ist während der «Richard-Strauss-Tage» an der Semperoper zu sehen.

Ein Wiedersehen gibt es mit dem spanischen Regisseur Calixto Bieito, der im April 2024 als Koproduktion mit dem Nationaltheater Prag die Neuinszenierung der Oper «Katja Kabanowa» von Leoš Janáček übernimmt (musikalische Leitung: Alejo Pérez). Eine reduzierte «Corona-Version» des Stückes wurde im Januar 2022 bereits in Prag gezeigt. Im Juni folgt Hector Berlioz' «Benvenuto Cellini» in Regie von Barbora Horáková Joly und mit Giampaolo Bisanti als Dirigent.

Das Semperoper Ballett sorgt mit einer «Schwanensee»-Adaption von Johan Inger und einem Stück nach Erich Kästners Kinderbuch «Der 35. Mai» (Choreografie: Raphaël Coumes-Marquet, Musik: Gordon Kampe) für zwei Uraufführungen. Dazu kommt der dreiteilige Ballettabend «Plot Point» mit Arbeiten von George Balanchine, Crystal Pite und Twyla Tharp. Erstmals seit vielen Jahren trägt Aaron Watkin keine Verantwortung mehr. Er übernimmt ab diesen Sommer das English National Ballet in London. Die kommissarische Leitung des Dresdner Balletts haben dann Marcelo Gomes und Adi Luick inne.

Mehr als 30 Wiederaufnahmen von Repertoirestücken runden die Offerte der Semperoper ab. In 277 Vorstellungen soll sich das Publikum in der neuen Spielzeit von der Leistungsfähigkeit des Hauses überzeugen können. Dann steht der Sächsischen Staatsoper ein Umbruch bevor. Denn nicht nur Theiler verlässt das Haus, sondern auch Christian Thielemann als Chefdirigent der Staatskapelle Dresden. Die Nachfolger stehen seit langem fest. Theiler wird von der gebürtigen Schweizerin Nora Schmid beerbt, für Thielemann kommt der Italiener Daniele Gatti.

Bei der Auslastung knüpft die Semperoper bereits wieder an das Level der Zeiten vor der Corona-Pandemie an. Im ersten Quartal dieses Jahres liegt sie voraussichtlich bei 95 Prozent, hieß es. Im Kalenderjahr 2022 kamen 177.000 Gäste zu den Aufführungen. Da wegen der Pandemie nicht alle Plätze verkauft werden durften, lag die Auslastung bei rund 66 Prozent.

© dpa
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