Arend Oetker in Leipzig geehrt: Chorherr und Verdienstorden

Seit 1990 hat Leipzig einen großen Förderer. Vom Engagement des Mäzens aus der Oetker-Dynastie profitieren Kunst und Kultur - aber nicht nur sie.
Arend Oetker spricht anlässlich seiner Ernennung zum Chorherren in der Thomaskirche. © Jan Woitas/dpa

Der Unternehmer und Mäzen Arend Oetker ist für sein langjähriges Engagement zugunsten der Stadt Leipzig und im Freistaat geehrt worden. Der 83-Jährige wurde am Montag in die Chorherrenschaft der Thomaskirche aufgenommen und mit dem Sächsischen Verdienstorden ausgezeichnet. Bei der Verleihung würdigte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) dessen «unermüdliche und großzügige Unterstützung von Kunst und Kultur sowie das langjährige, herausragende ehrenamtliche Wirken» in Sachsen.

Mit Oetker gehöre «eine große Unternehmer-Persönlichkeit zum Konvent», teilte die Stiftung der Chorherren zu St. Thomae mit - aktuell gibt es 45 Chordamen und -herren. Oetker habe nach 1990 den Thomanerchor gefördert und die Galerie für Zeitgenössische Kunst ermöglicht. Seit 2002 ist der Urenkel von August Oetker, dem Gründer der bekannten deutschen Unternehmerdynastie, auch Sprecher des Kuratoriums des Bach-Archivs, unterstützt die Renovierungen der Thomaskirche und fördere so das Erbe des Komponisten Johann Sebastian Bach (1685-1750), der von 1723 bis zu seinem Tod Thomaskantor war.

Die Auszeichnung mit dem Verdienstorden würdigt nach Angaben der Staatskanzlei auch Oetkers Engagement für Leipziger Messe und Handelshochschule, die dank ihm seit 2015 einen Lehrstuhl für Wirtschaftspsychologie hat, der sich mit Fragen der Gemeinwohlorientierung von Unternehmen und Organisationen befasst. Als Vorsitzender des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie (1991-1999) half er zudem maßgeblich, dass über 50 bedeutende Werke zeitgenössischer Künstler, die sich nicht den Vorgaben der DDR-Kulturpolitik unterworfen hatten, sowie von Vertretern der bundesdeutschen Nachkriegsmoderne ins Eigentum der Galerie für Zeitgenössische Kunst überführt wurden.

Der Sächsische Verdienstorden ist die höchste Auszeichnung des Freistaates. Damit werden seit 1997 Menschen aus dem In- und Ausland geehrt, die sich im politischen, wirtschaftlichen, kulturellen oder sozialen Bereich zum Wohle des Landes und der hier lebenden Menschen besonders verdient machten - mit Oetker nach Angaben der Staatskanzlei bisher 377 Frauen und Männer.

© dpa
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