Hempel hofft, «Stein ins Rollen gebracht» zu haben

Der frühere Weltklasse-Wasserspringer Jan Hempel hofft, mit seinen veröffentlichten Missbrauchs-Vorwürfen gegen seinen Ex-Trainer Veränderungen anzustoßen. «Wie groß die Welle sein wird, kann ja noch keiner so richtig abschätzen, aber es muss einfach was passieren», sagte Hempel der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. «Das, was mir widerfahren ist, kann man nicht mehr rückgängig machen. Aber es gibt ja auch noch viele, die es in der heutigen Zeit betrifft und die heute Sport ausüben wollen. Dass das nie wieder auftritt: ich hoffe, da habe ich einen Stein ins Rollen gebracht.»
Der Dresdner Jan Hempel sitzt während einer Trainingspause auf dem Brett vom Drei-Meter Turm. © Stefan Hesse/dpa/Archivbild

Hempel hat allerdings auch Zweifel, dass die Geschehnisse richtig aufgearbeitet werden. «Bisher war es ja so, dass es immer wieder unter den Tisch gekehrt wurde», sagte der 50-Jährige. «Wenn solche Dinge an die Öffentlichkeit gekommen sind, wurden sie schnell totgeschwiegen. Ich hoffe, dass es diesmal nicht der Fall ist. Dass es irgendwo eine Welle auslöst. Die Hoffnung stirbt zuletzt.»

In einer Dokumentation der ARD unter dem Titel «Missbraucht - Sexualisierte Gewalt im deutschen Schwimmsport» berichtet der Olympia-Zweite von Atlanta 1996, Hempel, in bewegenden Worten erstmals öffentlich über Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen seinen inzwischen gestorbenen früheren Trainer Werner Langer. Von 1982 bis 1996 sei er von Langer immer wieder sexuell missbraucht worden.

1997 informierte Hempel nach eigenen Angaben die damalige Bundestrainerin über die Vorkommnisse. Er wirft dem Deutschen Schwimm-Verband vor, damals falsch mit der Situation umgegangen zu sein. «Mir ist vom DSV nahelegt worden, wenn du das an die große Glocke hängst, ist unsere Sportart in Gefahr und dann kannst du deine Sportart nicht mehr weitermachen», sagte er. Hempel betonte: «Die heutige Leitung hat mit den damaligen Dingen nichts zu tun. Aber leider sind sie nun einmal in einer Position, wo sie den DSV jetzt vertreten und mit den Konsequenzen leben müssen.»

© dpa
Weitere News
Top News
Sport news
Tennis: Djokovic gewinnt Australian Open und holt Grand-Slam-Rekord
People news
Niederländisches Königshaus : Oranje-Prinzessin Amalia in der Karibik
Musik news
Rockband: 50 Jahre Kiss: Am Anfang kamen nur zehn Zuschauer
Tv & kino
Featured: Amy Winehouse-Biopic: Was wir bisher über Back To Black wissen
Das beste netz deutschlands
Featured: DeepL Write: So nutzt Du die KI-Schreibhilfe für Texte
Das beste netz deutschlands
Featured: Chat GPT: So nutzt Du den KI-Bot von OpenAI
Internet news & surftipps
Extremismus: SPD-Abgeordneter für 14-Tage-Speicherpflicht für IP-Adressen
Reise
Flüge verspätet und gestrichen: Streik am Düsseldorfer Airport: Diese Rechte haben Reisende
Empfehlungen der Redaktion
Regional sachsen
Vorwürfe: Ex-Wasserspringer Hempel: Jahrelang von Trainer missbraucht
Sport news
Olympia: Hempel zu 1992er Sprung: «Mir konnte kein anderer helfen»
Sport news
DSV: Schwimmen: Weitere Hinweise auf Missbrauchsvorwürfe
Regional sachsen
Missbrauchs-Affäre: Ex-Wasserspringer Hempel: Jahrelang von Trainer missbraucht
Sport news
Schwimmen: Ex-Coach Buschkow: Verband hat mir fristlos gekündigt
Sport news
Wassersport: Schwimmverband bestätigt: Bundestrainer Buschkow gekündigt
Sport news
Früherer Hausding-Coach: Christoph Bohm wird Bundestrainer im Wasserspringen
Sport news
Wassersprung-Bundestrainer: Lutz Buschkow: Von Hempel-Vorwürfen im August erfahren