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Mehr Plätze zur Aufnahme von misshandelten Frauen geplant

Die Fälle von häuslicher Gewalt gegen Frauen nehmen auch in Sachsen zu. Besonders in den Großstädten fehlen aber Plätze zur Beratung und Betreuung der Opfer. Es gibt aber auch positive Signale.
Häusliche Gewalt
Eine zeigt auf einen gesprungenen Spiegel. © Jonas Walzberg/dpa/Archivbild

Die Zunahme von polizeilich erfassten Fällen von häuslicher Gewalt an Frauen bereitet Sachsens Ministerin für Gleichstellung Katja Meier große Sorge. «Die Kapazitäten bei den Beratungsstellen und in den Frauenhäuser müssen noch weiter ausgebaut werden», betonte die Grünen-Politiker auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen (25. November).

In den vergangenen Jahren seien die Anstrengungen in diesen Bereichen deutlich erhöht worden, betonte Meier. Mit der Inbetriebnahme einer Interventions- und Koordinierungsstelle (IKS) im Vogtlandkreis Anfang Dezember verfüge dann jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt über eine solche Einrichtung. «So müssen Opfer von häuslicher Gewalt keine weiten Wege mehr zurücklegen und haben Beratung und Unterstützung direkt vor Ort.» Die Finanzmittel für den Gewaltschutz sind laut Ministerium seit 2019 verdreifacht worden und liegen derzeit bei rund zwölf Millionen Euro pro Jahr.

«Damit konnten wir eine gute Grundlage legen für Maßnahmen wie die IKS und weitere Schutzeinrichtungen im gesamten Freistaat», sagte Katja Meier. Im kommenden Haushalt würden aber dringend mehr Mittel benötigt, um sicherzustellen, dass Hilfen und Unterstützungsstrukturen auch langfristig ihre Wirksamkeit entfalteten.

Laut Meier gab es im Jahr 2022 rund 8800 polizeilich erfasste Fälle von häuslicher Gewalt gegen Frauen. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Anstieg von zehn Prozent. Pro 100 000 Einwohner kam es in Leipzig zu 294 Übergriffen, in Dresden wurden 237 und im Landkreis Zwickau 229 Fälle registriert. «Hinzu komme eine unbekannte Dunkelziffer, weil das Thema für die Opfer sehr schambelastet ist und viele sich nicht meldeten», erläuterte Meier.

Im Frühjahr hatte das Ministerium eine eigene sachsenweite Dunkelfeld-Studie vorgestellt. 1300 Frauen im Alter ab 16 Jahren hatten sich beteiligt. Demnach erlebte fast ein Drittel (30 Prozent) der Teilnehmerinnen bereits Gewalt in Form von Zwang zu sexuellen Handlungen, mehr als die Hälfte den Versuch einer Vergewaltigung. Die Täter waren fast ausschließlich Männer.

Von Januar bis Oktober diesen Jahres hatte die Zentrale Sofortaufnahme der Frauenhäuser in Leipzig 151 Frauen und 161 Kinder ablehnen müssen. Das Problem sei bekannt und werde sehr ernst genommen, betonte Meier. Gemeinsam mit der Stadt Leipzig suche das Ministerium derzeit nach einer langfristig funktionierenden und ausbaufähigen Lösung.

Ein stabiles Netzwerk sei eine sensible Aufgabe. So brauche es geschultes Fachpersonal und speziell ausgestattete Unterkünfte für die Unterbringung und Versorgung Gewaltbetroffener. Die Suche nach geeigneten Immobilien sei aber kompliziert, betonte die Ministerin. «Die Häuser dürfen nicht zu weit weg sein von einer Polizeistation und in der Nähe müssen auch verfügbare Kitaplätze für die betroffenen Kinder zu finden sein.»

© dpa
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