Brandsätze auf Geflüchteten-Unterkunft in Leipzig geworfen

Ein Asylbewerberheim in Leipzig ist Ziel eines Brandanschlages geworden. Der Schaden ist laut Polizei gering. Der Zeitpunkt der Attacke weckt Erinnerungen.
Ein Streifenwagen der Polizei steht mit eingeschaltetem Blaulicht an einem Einsatzort. © Carsten Rehder/dpa/Symbolbild

Auf eine Geflüchteten-Unterkunft in Leipzig ist ein Brandanschlag verübt worden. Unbekannte Täter warfen in der Nacht zum Samstag mehrere Brandsätze gegen eine Hauswand, wie das Landeskriminalamt (LKA) mitteilte. Sicherheitskräfte hätten «ein punktuelles Feuer» sehr schnell löschen können, so dass nur ein geringer Schaden entstanden sei. Verletzt wurde niemand. Das sächsische Innenministerium kündigte eine verstärkte Bewachung aller Asylbewerberunterkünfte an.

Der Angriff ereignete sich am Ende einer Woche, in der vielfach an die rassistischen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen vor 30 Jahren erinnert wurde. Im August 1992 hatten Anwohner und Neonazis unter dem Applaus Tausender Schaulustiger die Zentrale Aufnahmestelle für Asylsuchende und ein Wohnheim für vietnamesische Arbeiter angegriffen und teils in Brand gesetzt.

Das sächsische LKA konnte zunächst keine Angaben zu den Tätern in Leipzig machen. Die Ermittler baten um Zeugenhinweise. Ein politischer Hintergrund könne nicht ausgeschlossen werden. Die «Task Force Gewalt» im Landeskriminalamt habe die Ermittlungen übernommen. Der Verdacht laute auf versuchte besonders schwere Brandstiftung.

Innenminister Armin Schuster (CDU) nannte es ein Alarmzeichen, «dass solch menschenverachtende Straftaten nicht der Vergangenheit angehören». Es sei auch den umsichtigen Sicherheitskräften der Unterkunft zu verdanken, dass keine Menschen zu Schaden gekommen und nur geringer Sachschaden entstanden sei, erklärte der CDU-Politiker in einen Tweet.

Die Gemeinschaftsunterkunft befindet sich in einem Plattenbau im Stadtteil Lausen-Grünau. Laut Stadt Leipzig hat sie 225 Plätze.

© dpa
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