Vielfältige Hilfsangebote für Ukraine-Flüchtlinge in Sachsen

Sachsen rechnet mit mehreren Zehntausend Flüchtlingen aus der Ukraine und bereitet sich vor. Dabei geht es nicht nur um die unmittelbare Bewältigung des Alltags, sondern auch um Kunst und Kultur.
Wäsche hängt in einer Aufnahmeeinrichtung für Geflüchtete aus der Ukraine in Leipzig. © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Die Welle der Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge aus der Ukraine reißt auch in Sachsen nicht ab. Kirchen, Kommunen, Hilfsorganisationen und Private boten auch am Donnerstag verschiedenste Hilfen für Menschen an, die vor dem Krieg aus ihrem Heimatland geflohen sind und in Sachsen Schutz suchen.

Leipzig richtet wegen des großen Zustroms Geflüchteter einen Krisenstab ein. Er soll helfen, die sich täglich verändernde Lage zu bewältigen, sagte Stadtsprecher Matthias Hasberg. Man erlebe «eine noch nie dagewesene Situation». Derzeit vorhandene Unterkünfte seien so gut wie voll. Man richte deshalb in der Arena Leipzig eine Notunterkunft ein. Zudem werde versucht, Zimmer in Hostels und Hotels anzumieten. Als letzte Option blieben nur noch Turnhallen und Zelte.

Die Stadt Dresden räumt bereits eine Turnhalle frei. «Wir haben uns entschieden, dass wir für diese Nacht und für das Wochenende die Turnhalle einrichten - unabhängig von der Frage, ob die Menschen in Dresden bleiben oder weiterziehen wollen», sagte Stadtsprecher Kai Schulz am Donnerstag. Die Halle sei für diejenigen gedacht, die etwa nachts am Hauptbahnhof ankämen und spontan einen Schlafplatz bräuchten. Bei Bedarf könne man weitere Turnhallen nutzen.

Die Landeskirche kündigte an, mit insgesamt 60.000 Euro die diakonische Arbeit der evangelischen Kirchen in Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Rumänien an Brennpunkten der Aufnahme von Flüchtlingen zu unterstützen. Diese Länder hätten derzeit die Hauptlast der Flüchtlingsbewegung aus der Ukraine zu tragen: «Jetzt kommt es darauf an, Solidarität zu zeigen und das bewundernswerte Engagement dieser Kirchen in der Flüchtlingshilfe zu unterstützen.»

Auch Sozialministerin Petra Köpping (SPD) unterstützte eine Evakuierung vor allem von Kindern und Jugendlichen mit ihren Pflegekindern aus der Ukraine. Sie wurden aus dem ukrainischen Oblast Khmelnytsky vom Dresdner Verein impreuna - Brücken nach Osteuropa ins Erzgebirge gebracht und kamen unter anderem in einem Schullandheim in Johanngeorgenstadt unter. Die Geflüchteten sollten dort ein Stück Ruhe finden, sagte Köpping bei einem Ortstermin am Donnerstag. «Wir merken ja an den Schilderungen, wie aufgewühlt und wie beunruhigt sie sind. Ihre Gedanken sind natürlich zu Hause.»

Die Dresdner Museen wollen Geflüchteten aus der Ukraine freien Eintritt gewähren. Diese Regelung gilt vorläufig ab kommenden Samstag (12. März). «Nach der gefährlichen und anstrengenden Flucht aus der Ukraine soll insbesondere Familien mit Kindern die Möglichkeit einer Ablenkung und Abwechslung geboten werden», hieß es. An der Aktion beteiligen sich unter anderem die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, das Deutsche Hygiene-Museum inklusive Kinder-Museum, das Verkehrsmuseum und das Militärhistorische Museum der Bundeswehr.

Die Diakonie Sachsen bat am Donnerstag um Spenden für den Kauf eines Transportbusses und weiterer Hilfsgüter für die Diakonie in Polen. «Unser östliches Nachbarland gewährt aktuell so vielen Geflüchteten aus der Ukraine Schutz wie kein anderes Land. Über 1,3 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer sind bereits gekommen», erklärte Diakoniechef Dietrich Bauer.

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Bautzen unterbreitete ihr Hilfsangebot an der Raststätte Salzenforst der Autobahn 4. Schon am Donnerstag wurden in einer gemeinsamen Aktion mit dem Auto Club Europa und dem Deutschen Gewerkschaftsbund Speisen und Getränke für die Flüchtlinge angeboten. «Für Kinder halten wir Obst bereit», erklärte die Bautzener AWO-Geschäftsführerin Marina Schneider. Auf das Angebot habe man am Fahrbahnrand in ukrainischer Sprache hingewiesen.

Das Sozialministerium in Dresden bündelte Informationen für Geflüchtete aus der Ukraine auf seiner Internetseite. Auf ihr finden sich unter anderem Infos zu Rechtsvorschriften sowie zur Gesundheitsversorgung und Unterbringung, teilte das Ministerium mit. Nach den Worten von Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) geht es darum, den Geflüchteten und ihren Helferinnen und Helfern möglichst pragmatisch zu helfen.

© dpa
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