Beschäftigung von Schwerbehinderten gestiegen

25.05.2022 In der Backstube und dem Verkauf der Goldbrötchen Bäckerei im Vogtland sind Beschäftigte mit Behinderung Normalität. Das ist längst nicht in allen Unternehmen in Sachsen so.

In der vogtländischen Goldbrötchen Bäckerei bekommt Maximilian Eichinger (r), Inklusionsbeauftragter der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen, von Bäckermeister und Inhaber Gerd-Ralf Jahnsmüller und Konditorin Ariana Strobel einen Einblick in den Produktionsalltag der Bäckerei vermittelt. © Hendrik Schmidt/dpa

Die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung hat in Sachsen einen Höchststand erreicht, im bundesweiten Vergleich hinkt der Freistaat dennoch hinterher. Es gebe noch Luft nach oben, konstatierte der Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Klaus-Peter Hansen, am Mittwoch. «Die Integration von schwerbehinderten Menschen bietet viele Chancen», betonte er. Sie seien überdurchschnittlich gut qualifiziert und könnten mit geeigneten Arbeitshilfen, die Arbeitsagenturen und Integrationsämter finanzierten, hundert Prozent Leistung erbringen. «Sie sind oft die Fachkräfte, die händeringend gesucht werden.»

2020 hatten nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit mehr als 58.000 Menschen mit Behinderungen einen sozialversicherungspflichtigen Job in Sachsen. Das seien gut 6200 mehr als noch 2015, hieß es. Betriebe ab einer Größe von mindestens 20 Beschäftigten sind verpflichtet, 5 Prozent ihrer Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen zu besetzen. Dem kommen aber nicht alle Unternehmen nach. Die Quote liege in dieser Gruppe nur bei 4,1 Prozent und damit niedriger als im Bundesvergleich (4,6 Prozent), so die Regionaldirektion.

Wie Inklusion in Unternehmen Normalität werden kann, zeigt ein Beispiel im Vogtland. In der Goldbrötchen Bäckerei in Falkenstein sind 11 von 46 Mitarbeitern schwerbehindert. Dass es für Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt oft schwierig sei, habe er bei zwei Verwandten mit Trisomie 21 gesehen, erläuterte Inhaber Gerd-Ralf Jahnsmüller. «Und wenn jemand Menschen mit Handicap helfen kann, dann sind das doch wir, die Unternehmer.» Das zahle sich zudem aus.

Seit 15 Jahren werde in dem Unternehmen Inklusion gelebt. Dazu gehörten etwa die barrierefreie Einrichtung der Arbeitsplätze und Filialen sowie eine neue Abteilung Brennholzproduktion und Landschaftspflege, um Betroffenen bei Bedarf kurzfristig ein anderes Einsatzgebiet geben zu können. «Damit sind wir jetzt nicht nur sozialer, sondern auch wettbewerbsfähiger», betonte Jahnsmüller. Für das Engagement wurde das Unternehmen mit dem bundesweiten Inklusionspreis für die Wirtschaft 2021 ausgezeichnet.

© dpa

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