Wohnungswirtschaft warnt vor Einbruch bei Investitionen

Die sächsische Wohnungswirtschaft hat vor einem massiven Einbruch bei Investitionen gewarnt und mehr Verlässlichkeit von der Politik verlangt. Während sich die Unternehmen 2021 als «Stabilitätsanker» erwiesen hätten, könnten «explodierende Energiekosten, immens steigende Baupreise und ein nie dagewesenes Förderchaos» dem aber schon in diesem Jahr ein jähes Ende setzen, teilte die Branche am Montag in Dresden mit. «Wenn sich bei den Rahmenbedingungen nichts ändert, droht ein Investitionskollaps.»
Blick über die Dächer von Mehrfamilienhäusern. © Christoph Soeder/dpa/Symbolbild

Nach der am Montag vorgestellten Jahresstatistik des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft ist der Anstieg der Wohnkosten trotz Corona-Pandemie und schon absehbarer Erhöhung der Energiekosten überschaubar geblieben. Die Nettokaltmiete bei Mitgliedsunternehmen des Verbands sei 2021 im Schnitt um 9 Cent höher gewesen als im Jahr zuvor und damit auf 5,36 Euro pro Quadratmeter moderat gestiegen.

«Trotz der enorm gestiegenen Kosten im Baubereich, die den Unternehmen besonders bei Instandhaltungen und Sanierungen zu schaffen machen, sind die Mieten damit weiterhin sehr stabil geblieben», erklärte Verbandsdirektor Rainer Seifert. Das zeige, wie ernst vor allem die kommunalen Wohnungsunternehmen ihre soziale Verantwortung nehmen würden: «Die Spielräume, das Wohnen in Sachsen bezahlbar zu halten, werden aber immer enger.»

Laut Verband haben die 120 Mitgliedsunternehmen 2021 rund 432 Millionen Euro in ihre Wohnungs- und Immobilienbestände investiert (2020: 417 Millionen Euro). Mit Blick auf den sozialen Wohnungsbau in den Metropolen Dresden und Leipzig sei dabei ein stärkerer Fokus auf Neubau zu erkennen, hieß es. Die Investitionen in Neubauten seien um 27,7 Prozent gestiegen. Bei Instandhaltung und Modernisierung habe es einen Rückgang um jeweils knapp sieben Prozent gegeben.

«Vor allem im ländlichen Raum wird es angesichts der hohen Baukosten bei gleichzeitig niedrigen Mietniveaus für die Unternehmen immer schwieriger, Investitionen im Bestand umzusetzen», betonte Seifert. Die Politik müsse mit einer langfristig angelegten, nachvollziehbaren Förderpolitik und verlässlichen Rahmenbedingungen Unterstützung leisten. Leider sei aber das Gegenteil der Fall.

«Plötzliche Förderstopps, Unklarheiten zu neuen Förderbedingungen, eine Hängepartie beim Thema CO2-Preis, Stillstand beim drückenden Thema Altschulden und unzureichende Reaktionen auf die extrem gestiegenen Baupreise und Kapazitätsengpässe haben der Wohnungswirtschaft viele Steine in den Weg gelegt. So kann es keinesfalls weitergehen», betonte der Verbandschef.

© dpa
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