Behörde: Flächen in Überschwemmungsgebieten nicht bebauen

Beim Hochwasserschutz wollen die Behörden in Sachsen noch mehr auf den natürlichen oder gesteuerten Rückhalt von Wasser in Flussauen oder Poldern setzen. Bisher freie Flächen in Überschwemmungsgebieten dürfen deshalb nicht weiter bebaut und versiegelt werden, sagte der Geschäftsführer der Landestalsperrenverwaltung (LTV) Sachsen, Eckehard Bielitz, am Donnerstag vor dem Jahrestag der Jahrhundertflut 2002. «Jeder Neubau in einem Hochwasser-Risikogebiet ist ein neuer potenzieller Schaden bei möglichen künftigen Hochwassern.»
Eine Markierung zeigt den Wasserstand an. © Fabian Strauch/dpa/Symbolbild

Laut Bielitz kommt es beim Hochwasserschutz zudem auf die Eigenvorsorge der Menschen an. Die Bürger müssten ihr individuelles Risiko kennen, sich informieren, sich aktiv damit auseinandersetzen und so selbst vorsorgen. «Öffentlicher Hochwasserschutz durch den Freistaat ist weder überall möglich noch sinnvoll.» Die LTV wird nach eigenen Angaben seit dem Augusthochwasser vor zwanzig Jahren bis einschließlich 2022 rund 2,2 Milliarden Euro in Schutzprojekte an Gewässern wie die Elbe investiert haben.

Die Verbesserung des Hochwasserschutzes in gefährdeten Ortslagen «ist und bleibt eine Generationenaufgabe», sagte Bielitz. Dabei sei es mit dem Bau von Rückhaltebecken, Deichen und Schutzwänden nicht getan. Die Anlagen müssten auch unterhalten werden, damit alles auch nach Jahrzehnten noch funktioniert. Auch dafür brauche es «langfristig die entsprechenden Ressourcen».

Nach Angaben der LTV haben sich schon 2013 viele der bis dahin verwirklichten Hochwasserschutzmaßnahmen bewährt und schlimme Überschwemmungen in Städten und Gemeinden verhindert. Auch rechtzeitige Vorhersagen und Warnungen und Risikobewusstsein der Menschen zahlten sich aus. Mit rund zwei Millionen Euro habe die Schadenssumme damals deutlich unter der von 2002 mit rund 8,6 Millionen Euro gelegen.

Die LTV habe seit 2002 vier Hochwasserrückhaltebecken gebaut, die Volumen in Talsperren seien um insgesamt rund 42 Millionen Kubikmeter erweitert worden - in Orten entlang von Elbe, den Mulden und der Lausitzer Neiße sowie im Erzgebirge entstanden Schutzanlagen.

© dpa
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