Tod von 16-Jähriger: Jugendhaft für Mitschüler

Das Gewaltverbrechen an einer Jugendlichen schockt im Herbst 2021 nicht nur das sächsische Großröhrsdorf. Dann wird ein Mitschüler festgenommen. Die Behörden halten sich wegen seines Alters bedeckt - vor Gericht hat er die Tat gestanden.
Eine Figur der blinden Justitia. © Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild

Der nach dem Gewaltverbrechen an einer 16-Jährigen im Herbst 2021 in Großröhrsdorf (Landkreis Bautzen) unter Verdacht festgenommene Mitschüler hat das Mädchen erstochen. Der 16-Jährige gestand im nichtöffentlichen Prozess im Zuge eines Rechtsgesprächs, es mit mehreren Messerstichen getötet zu haben. Er wurde am Donnerstag von der Jugendkammer des Landgerichts in Bautzen wegen Totschlags zu siebeneinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Er und das Mädchen hätten sich zum Gespräch getroffen, «es kam zum Streit, der eskaliert ist», sagte sein Verteidiger danach. Im Wesentlichen sei es um Beziehungsfragen gegangen, genauere Angaben machte er nicht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Für die Eltern der getöteten Wiktoria, die den Prozess verfolgten, ist die Frage nach dem Motiv offen geblieben und die Haftstrafe zu gering, sagte ihr Anwalt Robert Zukowski. «Das Urteil kann den Schmerz nicht beseitigen. Es hilft aber zur Aufarbeitung». Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre und acht Monate gefordert, wegen Mordes, dann aber der Verständigung und dem verabredeten Strafrahmen zugestimmt. Für Totschlag sind nach Angaben eines Gerichtssprechers maximal zehn Jahre Jugendstrafe möglich.

Wiktoria war am 15. September 2021 schwer verletzt in einem Garagenkomplex der Kleinstadt östlich von Dresden gefunden worden. Sanitäter und Notärzte hatten sie reanimiert, sie starb aber im Krankenhaus - nach dem Obduktionsergebnis an Stichverletzungen. Gut eine Woche später war der damals 15 Jahre alte Deutsche unter dem Verdacht des Totschlags festgenommen worden. Er und das Mädchen, das in einem nahen Dorf lebte, kannten sich aus der Oberschule.

Wiktorias Familie war erst etwa drei Jahre vor der Tat von Polen nach Sachsen gezogen, wegen der Arbeit des Vaters. Der Fall hatte auch in dem Nachbarland Schlagzeilen gemacht, das Mädchen wurde in seiner Heimatstadt Gorzow Wielkopolski (Landsberg an der Warthe) beigesetzt. Der 16-Jährige befindet sich nicht in Untersuchungshaft, sondern in einer sogenannten Haftvermeidungseinrichtung.

© dpa
Weitere News
Top News
Sport news
Biathlon: Rang drei und WM-Norm: Zobel überrascht sich selbst
Job & geld
Arbeitsunfähigkeit melden: Arbeitsunfähigkeit melden: So funktioniert das neue eAU-Verfahren
Das beste netz deutschlands
Mehr Sicherheit: Spoofing: Schutz vor gefälschten Rufnummern im Display kommt
Das beste netz deutschlands
Strengere Vorschriften: EU-Einigung: Online-Einkäufe sollen sicherer werden 
Tv & kino
Featured: Alles über Staffel 4 von You: Wen verfolgt Joe in den neuen Folgen?
Tv & kino
Featured: Grey’s Anatomy Staffel 20: Geht die Krankenhausserie weiter?
Internet news & surftipps
Fake-News: Twitter geht nicht mehr gegen Corona-Falschinformationen vor
Tv & kino
Featured: Spielberg verfilmt Bullitt: Das ist bisher über die Adaption mit Bradley Cooper bekannt
Empfehlungen der Redaktion
Panorama
Prozesse: Getötete 16-Jährige in Ostsachsen - Jugendlicher verurteilt
Panorama
Kriminalität: Frankreich: 14-Jährige von gleichaltrigem Freund erstochen
Panorama
Lüdenscheid: Durchsuchung und Festnahme nach tödlichem Schuss bei Kirmes
Regional nordrhein westfalen
Essen: Nach Terroralarm am Montag Abiturprüfung in der Schule
Panorama
Kriminalität: Festnahme nach Fund von verbrannter Leiche
Panorama
Kriminalität: Verschwundene 56-Jährige: Tatverdächtiger festgenommen
Regional sachsen
Sachsenforst: Waldbrandgefahr nimmt zu: Teils höchste Stufe erreicht
Regional nordrhein westfalen
Hagen: Tödlicher Schuss: 16-Jähriger aus U-Haft entlassen