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Großforschungszentrum in der Lausitz: Aufbau kommt voran

Das Universum ist ein riesiges Forschungsfeld. Manches Rätsel könnte künftig in der Lausitz gelöst werden. Wissenschaftler legen dafür gerade den Grundstein.
Probebohrungen Einstein-Teleskop
Ein Bohrfahrzeug steht anlässlich einer Probebohrung für einen Granitstock auf einer Freifläche neben einem Zelt. © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Für das geplante Großforschungszentrum in Ostsachsen sollen 2024 30 bis 50 neue Mitarbeiter angestellt werden. Der Aufbau des Deutschen Zentrums für Astrophysik (DZA) begann im Frühjahr 2023. Für das Projekt arbeiten im Moment 15 Personen. «Wir bewegen uns auf die 20 zu», sagte DZA-Gründungsdirektor Günther Hasinger der Deutschen Presse-Agentur.

Das Vorhaben zur astrophysikalischen Forschung in der sächsischen Lausitz ist einer der beiden Gewinner, die 2022 aus dem Bundeswettbewerb «Wissen schafft Perspektiven in der Region» hervorgingen. Das zweite Großforschungszentrum entsteht in Sachsen-Anhalt und nimmt die Transformation der chemischen Industrie in den Fokus. Beide Projekte werden bis 2038 mit jeweils rund 1,2 Milliarden Euro aus Mitteln für den Strukturwandel in den ostdeutschen Kohleregionen gefördert.

Ein Forschungscampus in Görlitz sowie ein Untergrundlabor im Städtedreieck zwischen Bautzen, Hoyerswerda und Kamenz sollen das Zentrum für Astrophysik bilden. Das «Low Seismic Lab» werde sich in rund 200 Metern Tiefe befinden. «Die seismische Ruhe im Lausitzer Granit soll ausgenutzt werden, um höchstempfindliche Messmethoden zu entwickeln, die für die Gravitationswellenastronomie benötigt werden», sagt Hasinger.

Um einen geeigneten Standort für das Untergrundlabor zu finden, gab es bereits zwei Probebohrungen bei Cunnewitz in der Gemeinde Ralbitz-Rosenthal. Im Laufe des Jahres (2024) sind drei weitere Bohrungen an verschiedenen Orten im Landkreis Bautzen geplant. «Wir wollen den besten Platz für das Labor aussuchen», betont Hasinger, der zuletzt Direktor für Wissenschaft bei der Europäischen Weltraumorganisation in Madrid war.

Für den künftigen Forschungscampus in Görlitz ist geplant, bestehende Gebäude auf einem früherem Klinikgelände zu sanieren und zusätzlich drei Neubauten zu errichten. Als Interimslösung werden derzeit Räume im Postgebäude der Neißestadt umgebaut, wo ab Januar 100 Büroarbeitsplätze zur Verfügung stehen sollen. Nach Angaben von Hasinger fördert der Bund die dreijährige Aufbauphase zu 100 Prozent. In dieser Zeit ist das Projekt organisatorisch an die Technische Universität Dresden angebunden. Läuft alles nach Plan, kann das Großforschungszentrum Anfang 2026 formal gegründet werden. Perspektivisch soll es rund 1000 Menschen beschäftigen, davon allein 350 im wissenschaftlichen Bereich.

Das DZA will dazu beitragen, die grundlegenden Strukturen des Universums zu erforschen. Laut Gründungsdirektor sollen Beobachtungsdaten aus aller Welt in die Lausitz fließen. Ein internationales Projekt, bei dem über riesige Radioteleskope in Südafrika und Australien Signale aus dem All empfangen werden, nennt Hasinger als Beispiel: «Wir bündeln und verarbeiten die Datenströme vom Square Kilometre Array (SKA).»

Unterdessen sind Hasinger und seine Mitstreiter häufig in der Lausitz unterwegs, um über die Vorhaben des DZA zu informieren und die Bevölkerung auf diese Weise im Aufbauprozess mitzunehmen. «Wir wollen schon im Kindergarten und in der Schule Begeisterung wecken», sagt der Weltraumforscher mit Blick auf potenziellen Nachwuchs. Die nächste Informationsveranstaltung ist für den 10. Januar 2024 in Crostwitz vorgesehen. Der Ort liegt mitten im Siedlungsgebiet der katholischen Sorben, wo auch die ersten Probebohrungen für das Untergrundlabor stattfanden.

© dpa
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