Nur wenig Legionellen im Trinkwasser in Sachsen

Sparsamkeit wegen der explodierenden Energiepreise kann gefährlich sein. Dresden etwa warnt vor Legionellen im Trinkwasser, sollte dessen Temperatur zu sehr abgesenkt werden, um Energie zu sparen. Sind die Befürchtungen begründet?
Ein Duschkopf hängt in einer Dusche in einem Badezimmer. © Hauke-Christian Dittrich/dpa/Symbolbild

Legionellen sind im Trinkwasser der großen sächsischen Städte trotz Energiesparens weiter selten. Es habe keine signifikante Erhöhung bei Legionellen-Infektionen gegeben, sagte eine Sprecherin der Stadt Dresden bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die Versuchung, durch Temperaturabsenkung beim Trinkwasser Geld zu sparen, sei jedoch groß und verständlich. Die Einwohner müssten deshalb auf die Gefahren hingewiesen werden. Die Stadt hatte jüngst ausdrücklich vor Legionellen durch zu niedrige Wassertemperatur gewarnt.

In Dresden wurden laut Sprecherin in diesem Jahr bisher sechs durch Legionellen verursachte Erkrankungen nachgewiesen. 2021 waren es fünf. Erst Anfang der Woche sei bei dem Gesundheitsamt eine weitere Infektion gemeldet worden. In diesem Fall gebe es jedoch noch keine Erkenntnisse, ob eine Erkrankung ausgebrochen sei, hieß es. Besondere Vorkehrungen seien bisher nicht notwendig. Die Erkrankungen bewegten sich etwa auf dem Niveau der Vorjahre.

Seit 2012 sind für Großanlagen zur Trinkwassererwärmung regelmäßige Legionellen-Überprüfungen gesetzlich vorgeschrieben. Gewerblich genutzte Objekte wie Mietshäuser mit mehr als zwei Wohneinheiten müssen alle drei Jahre, öffentlich Einrichtungen wie Kitas, Schulen, Krankenhäuser jährlich kontrolliert werden. Für Wasser, das den Trinkwassererwärmer verlässt, sind demnach 60 Grad vorgeschrieben. In Leitungen mit zirkulierendem Wasser darf die Temperatur nicht unter 55 Grad fallen, um keinen Legionellen-Befall zu riskieren.

In der Woche vom 14. November bis 18. November seien laut Stadt 17 Fälle gemeldet geworden, bei denen von diesen Werten abgewichen wurde, etwa ebenso viele Fälle wie im vergangenen Jahr, hieß es in Dresden. 2021 gab es etwa im gleichen Zeitraum 15 Meldungen. Neun Mitarbeiter des Gesundheitsamtes würden anhand von Proben kontrollieren, ob die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden.

Legionellen werden in der Regel durch zerstäubtes, vernebeltes Wasser etwa beim Duschen, in Whirlpools oder durch Luftbefeuchter übertragen. Sie können zwei unterschiedliche Krankheiten verursachen: Die sogenannte Legionärskrankheit oder Legionellen-Pneumonie, eine Form der Lungenentzündung, die sich durch Husten, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und hohes Fieber äußert. Die andere Krankheit ist das Pontiac-Fieber mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Unwohlsein, Kopf-und Gliederschmerzen. Gefährdet sind vor allem Menschen mit geschwächter Immunabwehr, Senioren oder Raucher. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass in Deutschland jährlich pro 100.000 Einwohner zwischen 18 und 36 Infektionen auftreten.

Dem Gesundheitsamt Chemnitz kommt es laut einer Stadtsprecherin immer wieder vor, dass nicht immer alle technischen Vorschriften zur Vermeidung von Legionellen eingehalten werden. In diesem Jahr sei das bisher 99 Mal der Fall gewesen. Die betroffenen Unternehmen oder sonstigen Eigentümer würden in solchen Fällen jedoch in der Regel rasch Abhilfe schaffen und die Mieter der betroffenen Häuser mit einem Aushang warnen. Das Gesundheitsamt kontrolliere, ob die Maßnahmen auch tatsächlich durchgeführt wurden, sagte eine Stadtsprecherin.

Auch in Leipzig sind in diesem Jahr 14 Fälle der von Legionellen verursachten Legionärskrankheit bekannt geworden. Die Stadt sei vorbereitet, hieß es. Das Amt für Gebäudemanagement und das Gesundheitsamt stünden in engem Kontakt, hieß es.

© dpa
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