Krankenhäuser blicken besorgt auf kommende Monate

Die Energiepreise steigen und die Inflation ist auf hohem Level. Das macht auch den sächsischen Kliniken zu schaffen - und hat mit dem Dauerthema Corona zu tun. Probleme gibt es auch in anderen Bereichen.
Eine Pflegekraft geht auf einer Intensivstation über den Flur. © Fabian Strauch/dpa/Symbolbild

Hohe Energiekosten, Inflation und Personalausfall: Die Krankenhausgesellschaft Sachsen blickt besorgt auf die Lage der Kliniken. Bei den Energiekosten rechneten die Krankenhäuser im Freistaat für dieses Jahr mit einem Defizit von 92 Millionen Euro, im kommenden Jahr mit 88 Millionen Euro. Das teilte der stellvertretende Geschäftsführer Friedrich München mit. «Aktuell müssen zahlreiche Krankenhäuser Überbrückungskredite in Anspruch nehmen, um Löhne und Gehälter sowie Rechnungen fristgerecht bezahlen zu können.» Auch der coronabedingt hohe Krankenstand beim Personal bereitet den Kliniken Sorgen.

Wichtig sei, dass die geplante Gas- und Strompreisbremse schnell den starken Anstieg der Energiekosten der Krankenhäuser begrenze. «Die Krankenhäuser benötigen zunächst Finanzierungssicherheit, denn die Inflation setzt den Kliniken immer stärker zu.» Es müsse alles getan werden, damit die zugesagten Finanzmittel schnellstmöglich bei den Kliniken ankämen, forderte München.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte Anfang November schnelle und umfangreiche finanzielle Hilfen in Milliardenhöhe für die Kliniken in der Energiepreiskrise zugesagt. Er verwies darauf, dass Kliniken oder Pflegeeinrichtungen beim Heizen kaum sparen könnten und auch nicht beim Stromverbrauch, weil wichtige Geräte wie etwa Kernspintomographen betrieben werden müssen.

Wie genau und in welcher Höhe sächsische Krankenhäuser entlastet werden, sei noch nicht bekannt, sagte München. Die Auszahlung müsse so gestaltet werden, dass spätestens im Januar Geld fließe und Liquiditätsengpässe reduziert würden. «Ohne feste finanzielle Zusagen ist mindestens ein Drittel insolvenzgefährdet», betonte München.

Corona spiele zumindest bei den Patienten derzeit nur eine untergeordnete Rolle, so München. Tatsächlich gab das Sozialministerium die Zahl der Corona-Patienten auf sächsischen Intensivstationen zuletzt mit 48 an - die kritische Marke liegt bei 420. «Anders ist die Situation beim Personal», so München. Bis zu ein Viertel der Ärzte und Pflegekräfte falle aus. «Verschärft wird die Personalsituation dadurch, dass viele Beschäftigte, vor allem aus sensiblen Bereichen, nach den Strapazen der Corona-Jahre kräftemäßig am Ende sind. Sie fallen dann meist über einen längeren Zeitraum aus.»

Auch in anderen Bereichen machen sich die hohen Krankenzahlen bemerkbar. Seit diesem Montag müssen sich deswegen Reisende bei der Erzgebirgsbahn auf Einschränkungen einstellen. Bis 9. Dezember könnten werktags nicht alle Züge der Erzgebirgsbahn auf den Strecken Chemnitz - Olbernhau-Grünthal und Chemnitz - Cranzahl fahren, teilte die Deutsche Bahn in der vergangen Woche mit. Teilweise werde ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingesetzt.

Die ohnehin angespannte Personallage an den Schulen wird durch Corona-Infektionen derzeit ebenfalls schwieriger: In diesem Monat hätten bislang drei Schulen gemeldet, dass sie wegen erkrankter Lehrkräfte je eine oder zwei Klassen für einen Tag ins mobile Lernen geschickt hätten, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums.

© dpa
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