Gruppe soll Anschläge geplant haben: Durchsuchungen

Eine Telegram-Chatgruppe soll mit Anschlägen einen Blackout und «bürgerkriegsähnliche Zustände» geplant haben. Auch eine Entführung von Gesundheitsminister Lauterbach sei anvisiert gewesen. Ermittler vermuten Reichsbürger und Gegner der Corona-Politik dahinter.
Karl Lauterbach (SPD), Bundesgesundheitsminister. © Axel Heimken/dpa/Archivbild

Ermittler sind in Sachsen und anderen Bundesländern gegen Mitglieder einer Chatgruppe vorgegangen, die Sprengstoffanschläge und Entführungen geplant haben sollen. Unter insgesamt 20 Objekten, die am Mittwoch durchsucht wurden, seien auch zwei in Flöha (Landkreis Mittelsachsen) und Olbernhau (Erzgebirgskreis) gewesen, teilte die federführende Generalstaatsanwaltschaft Koblenz am Donnerstag auf Anfrage mit. Unter den vier Beschuldigten, die festgenommen worden seien, sei keiner aus Sachsen gewesen.

Bei den Durchsuchungen in den beiden Orten seien auch Beweismittel sichergestellt worden, sagte der Koblenzer Generalstaatsanwalt Jürgen Brauer. «Die Personen waren in der Chatgruppe und wussten von den Plänen.» Die weiteren Ermittlungen müssten ergeben, inwiefern sie diese auch unterstützt hätten.

Durchsucht worden waren auch Objekte in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Brandenburg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Ermittelt wird den Angaben zufolge gegen zwölf Personen aus der Chatgruppe. Sie sollen vorgehabt haben, Einrichtungen der Stromversorgung zu zerstören, um so einen bundesweiten Stromausfall auszulösen. Im Visier sollen Stromleitungen und Umspannwerke gewesen sein. «Damit sollten nach der Vorstellung der Beschuldigten bürgerkriegsähnliche Zustände verursacht und schließlich das demokratische System in Deutschland gestürzt werden», hieß es in einer Mitteilung der Generalstaatsanwaltschaft und des Landeskriminalamtes (LKA) Rheinland-Pfalz.

Außerdem soll die «Entführung bekannter Personen des öffentlichen Lebens» Bestandteil der Pläne der Gruppe gewesen sein. Namentlich genannt als ein Ziel wurde von den Ermittlern Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Die Ermittlungen gegen die Gruppe liefen seit Oktober vergangenen Jahres.

Beschuldigt werden demnach Deutsche im Alter von 55, 54, 50, 42 und 41 Jahren, vorgeworfen werden ihnen die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und Verstöße gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz. Zuzuordnen seien die Personen der Corona-Protestszene und der Reichsbürgerbewegung.

© dpa
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