Brandanschlag auf Geflüchteten-Unterkunft: Täter unbekannt

Auf ein Flüchtlingsheim in Leipzig sind Brandsätze geworfen worden. Verletzt wurde bei der Attacke in der Nacht zu Samstag niemand, der Schaden am Gebäude ist gering. Das Entsetzen aber ist groß. Noch gibt es keine Spur der Täter.
Teilnehmer einer linken Demonstration stehen vor einer Unterkunft für Geflüchtete. © Jan Woitas/dpa

Nach einem Brandanschlag auf eine Unterkunft für Geflüchtete in Leipzig liegen den Ermittlern noch keine Hinweise auf die Täter vor. Auch nach einem Zeugenaufruf habe sich noch niemand gemeldet, der konkrete Angaben zu der Tat habe machen können, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) am Montag in Dresden.

In der Gedenkwoche an die rassistischen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen vor 30 Jahren hatten unbekannte Täter in der Nacht zum Samstag mehrere Brandsätze gegen eine Hauswand der Unterkunft geworfen. Sicherheitskräfte konnten das kleine Feuer schnell löschen, es entstand nur ein geringer Schaden, verletzt wurde niemand.

Da ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden kann, hat die «Task Force Gewalt» im Landeskriminalamt die Ermittlungen übernommen. Das sächsische Innenministerium kündigte eine verstärkte Bewachung aller Asylbewerberunterkünfte an.

Nach LKA-Angaben waren am Freitag rund 180 Menschen in der Unterkunft gemeldet. Wie viele sich dort zum Zeitpunkt des Brandanschlags aufhielten, ist aber unklar.

Der Leipziger Migrantenbeirat verurteilte die Attacke. Der Angriff sei besonders perfide, da die Brandsätze in der Nacht und an einem Wochenende geworfen wurden - also in einer Situation mit reduzierten Schutzmaßnahmen und enormem Schadenspotenzial für die Bewohner, sagte Francesca Russo, Co-Vorsitzende des Beirates. «Hier wurde bewusst die Verletzung von Menschen in Kauf genommen.» Der Anschlag mache nochmals deutlich, dass die Menschen in Gemeinschaftsunterkünften einer ständigen Gefahr ausgesetzt seien und besser vor Angriffen geschützt werden müssten.

Sachsens Grüne forderten unter anderem eine rasche Aufklärung der Tat. «Neben schnell handelnden staatlichen Organen braucht es eine wache Zivilgesellschaft, die sich dem Brandanschlag und jeder Form der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit entschlossen entgegenstellt», sagte die Landesvorsitzende Marie Müser.

Unterdessen hatten sich am Montagabend laut Polizeisprecherin etwa 1300 Menschen zu einer Demonstration in der Nähe der Unterkunft getroffen. Das Aktionsnetzwerk «Leipzig nimmt Platz» hatte unter dem Motto «Die Pogrome von morgen verhindern» dazu aufgerufen. Dabei sei etwas Pyrotechnik abgebrannt worden, sagte die Sprecherin. Ansonsten sei die Demonstration ruhig gewesen.

© dpa
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