Auch Sachsens Kirchen sparen Energie

Landeskirche und Bistümer in Sachsen sparen schon länger. Das Thema hat wegen der Energiekrise nochmal stärker Brisanz in diesem Winter - die Gemeinden machen mit.
Blick in die Universitätskirche Paulinum in Leipzig. © Sebastian Willnow/dpa/Archivbild

Angesichts der hohen Energiepreise sind Sachsens Kirchgemeinden in diesem Winter noch mehr als sowieso zum Sparen angehalten. «Viele haben schon entschieden, welche Gotteshäuser und Gemeinderäume in diesem Winter gewärmt werden und welche nicht», teilte die evangelische Landeskirche in Dresden auf Anfrage mit. Zudem hat die «Winterkirche» - die Nutzung von Gemeindesälen, die günstiger beheizt werden können - auch bei den Bistümern langjährige Tradition. Das Thema sei in diesem Winter noch einmal wichtiger geworden, sagte ein Sprecher des Landeskirchenamtes.

Mitarbeiter und Gemeindeglieder sollen sich dennoch «weiterhin in Kirchen, Gemeindehäusern und Büroräumen wohl fühlen», hieß es unisono. Im Bistum Dresden-Meissen werden ungenutzte Gemeinschaftsräume in dessen öffentlichen Gebäude nicht beheizt und die Temperatur in Arbeitsräumen abhängig von der Tätigkeit geregelt. Das Wasser zum Händewaschen bleibt kalt, Gebäude und Baudenkmäler sind außen nicht mehr beleuchtet.

Gotteshäuser und Pfarrgebäude sollen mit Blick auf den Schutz von Bausubstanz, Ausstattung und Kunst «verantwortungsvoll» temperiert werden. Beim Gottesdienst könnten es nach Angaben des Ordinariats 12 bis 14 Grad Celsius sein, aus denkmalpflegerischer Sicht sei im Winter selbst eine Grundtemperatur von 6 bis 10 Grad möglich. Und im Zuge der «Winterkirche» könnten alternativ Gottesdienste mit wenigen Besuchern in günstiger beheizbaren Räumen der Gemeinde gefeiert werden.

Die Pfarreien seien generell bemüht, alle erforderlichen Maßnahmen zu treffen, «um die Energiekosten beherrschbar zu halten», sagte ein Bistumssprecher. In den nächsten Wochen seien die Kerzen am Kranz im Advent eine günstige Lichtquelle - und bei weiterer Advents- und Weihnachtsbeleuchtung setzten Pfarreien auf energiesparende Leuchtmittel.

Das Bistum Görlitz setzt in den Kirchen auf zumindest die maximal mögliche Temperaturabsenkung. Da viele nur noch wenige Male in der Woche oder gar im Monat genutzt würden, sollte «dringend geprüft werden, ob der benötigte Energieverbrauch im Verhältnis zur Nutzungshäufigkeit und -dauer gerechtfertigt ist». Kleinere Gottesdienste könnten etwa auch in einer Krypta oder der Kapelle des Krankenhauses oder Seniorenheims gefeiert werden.

© dpa
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