Dresdner Bäder senken Wassertemperatur zum Energiesparen

Die Schwimmbadbetreiber in Sachsen schauen mit Sorge auf die steigenden Energiekosten. In Dresden wurde schon entschieden, die Temperatur zu senken. Ein sensibles Thema.
Badegäste schwimmen im Georg-Arnhold-Bad. © Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Die gestiegenen Energiekosten schlagen auch bei den Schwimmbädern in Sachsen heftig zu Buche. Die Dresdner Bäder haben daher beschlossen, die Wasser- und Lufttemperatur zu senken, wie Sprecher Lars Kühl mitteilte. In den Leipziger Sportbädern ist bislang nichts an den Temperaturen verändert worden. Für die Zukunft sei das jedoch nicht ausgeschlossen, teilte Sprecherin Katja Gläß mit. In Chemnitz gibt es dazu laut Stadt bisher keine Überlegungen.

Die Bundesregierung bereitet sich wegen des Krieges in der Ukraine und russischer Drohungen auf eine erhebliche Verschlechterung der Gasversorgung in Deutschland vor. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte Ende März die Frühwarnstufe als erste von drei Krisenstufen des sogenannten Notfallplans Gas in Kraft gesetzt und an alle Verbraucherinnen und Verbraucher appelliert, Gas zu sparen.

«Der Ukraine-Krieg und dessen Auswirkungen auf den weltweiten Energiemarkt treffen uns sehr empfindlich», erklärte der Dresdner Bäder-Sprecher Kühl. Es sei nach Einsparpotenzialen gesucht und dabei ausführlich das Für und Wider abgewogen worden. Als Ergebnis wurde die Wassertemperatur in den Schwimm- und Erlebnisbecken sowie in den Lehrschwimmbecken um ein Grad gesenkt. Unverändert blieb das Wasser in den Kinderplanschbecken.

Die Schwimmbecken in Dresden seien im Schnitt 26 Grad warm, die Kursbecken 29 Grad. Damit bewege man sich weiter im Rahmen der Empfehlungen. In den Duschräumen in Dresden werde die Temperatur künftig 26 Grad betragen, in dem Umkleiden 23 Grad.

Wasser- und Lufttemperatur hätten einen «maßgeblichen Einfluss auf die einzusetzende Energiemenge und damit auch Energiekosten», erklärte auch die Leipziger Sportbäder-Sprecherin Gläß. Ein oder gar zwei Grad weniger Wassertemperatur wären «deutlich» zu spüren in der Energiebilanz. Die Dresdner Bäder schätzen, dass ein Grad weniger in Luft und Wasser je nach Objekt bis zu 10 Prozent Einsparungen bringe.

Die Schwimmbecken in den Leipzigs Sportbädern haben eine Temperatur von 28 Grad, in den Nichtschwimmerbereichen sind es 29 bis 30 Grad. Noch wärmer seien Kinderplanschbecken und Whirlpools. In den vier Chemnitzer Schwimmhallen sind es 26 bis 28,5 Grad. Die meisten Bäder werden mit Fernwärme geheizt, in Dresden und Leipzig teils auch über Blockheizkraftwerke.

Die Wassertemperatur sei aber «ein großes Spannungsfeld» und ein Kompromiss, erklärte Gläß. Jeder Mensch empfinde es anders und es gebe viele verschiedene Nutzerinnen und Nutzer in den Bädern. «Ein Absenken der Temperatur von nur einem Grad spürt jeder Gast, und viele Nutzergruppen, allen voran die Kinder, frieren dann gegebenenfalls recht schnell», sagte Gläß. Unverständnis bei manchen Schwimmbadgästen könne die Folge ein.

© dpa
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