Entlang des Innenstadtrings der Messestadt verteilten sich die Demonstrantinnen und Demonstranten, um diesen mit von unten beleuchteten weißen Regenschirmen zum leuchten zu bringen. Die Veranstalter hatten eigenen Angaben zufolge mit mehreren Tausend Personen gerechnet.
In den vergangenen Monaten hatten vor allem in ostdeutschen Städten regelmäßig Proteste stattgefunden, die sich unter anderem gegen die während der Pandemie getroffenen Maßnahmen oder die Politik nach Ausbruch des russischen Angriffskriegs in der Ukraine richteten - so auch auf dem Leipziger Innenstadtring. An «Montagsspaziergängen» beteiligten sich auch Mitglieder rechtsextremer Gruppierungen. Auch linksradikale Gruppierungen riefen zum Protest auf. Bei den Veranstaltungen war es immer wieder auch zu Ausschreitungen gekommen.
Mit der Veranstaltung am 30. Januar knüpften die Veranstalterinnen und Veranstalter in Leipzig an historische Ereignisse an. So übernahmen die Nationalsozialisten an jenem Tag 1933 die Macht in Deutschland. Zu DDR-Zeiten protestierten 1989 auf dem Ring montags zahlreiche Menschen gegen das SED-Regime. Wenige Wochen nach der größten Montagsdemonstration am 9. Oktober in Leipzig fiel die Mauer.