Sachsen erwartet neuen Corona-Impfstoff

In der kommenden Woche sollen die ersten an die Omikron-Variante BA.1 angepassten Corona-Impfstoffe in Sachsen ankommen. Unterdessen sinken die registrierten Infektionszahlen im Freistaat weiter.
Ein medizinischer Mitarbeiter befüllt eine Spritze mit einem der Impfstoffe gegen das Coronavirus. © Daniel Bockwoldt/dpa/Symbolbild

Für den Herbst prognostizieren Experten wieder mehr Corona-Fälle - die Landesregierung erwartet nun in der kommenden Woche eine Lieferung der ersten an die Omikron-Variante BA.1 angepassten Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna. Die Verfügbarkeit in den 13 staatlichen Impfstellen sei abhängig von der Belieferung durch Apotheken, teilte das Sozialministerium in Dresden am Donnerstag mit. Verfügbar sei auch der neue Totimpfstoff von Valneva. Gesundheitsministerin Petra Köpping zeigte sich zuversichtlich: «Wir sind gut gerüstet und fahren wie angekündigt die Kapazitäten der Impfstellen derzeit Stück für Stück hoch.»

Geimpft werde dann nach Angaben des Ministeriums nur noch mit Termin, um Wartezeiten zu vermeiden - auch für Erst- und Zweitimpfungen mit den bekannten Impfstoffen. Zuletzt sind in Sachsen die registrierten Corona-Infektionszahlen weiter gesunken. Im Vergleich zur Vorwoche ging die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner binnen sieben Tagen von 216,4 auf 213,9 zurück, wie aus der Übersicht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag hervorgeht.

Damit liegt der Freistaat leicht unter dem Bundestrend. Für ganz Deutschland betrug die Inzidenz nach RKI-Angaben 223,1. Sachsenweit wurden im Landkreis Chemnitz die meisten Infektionen registriert: Dort lag die Inzidenz bei 254,5. Die Behörden im Freistaat rüsten sich indes für den Herbst.

Nach seiner Ankunft soll der neue Impfstoff soll unter anderem beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) verimpft werden. Das Interesse habe in den vergangenen Wochen zugenommen, «wir gehen von einer verhaltenen Nachfrageerhöhung aus», sagte Sprecher Kai Kranich. Nach seinen Angaben sind 4000 Dosen des neuen Impfstoffs bestellt.

Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) verwies darauf, dass die staatlichen Impfstellen das Angebot ergänzten. «Hauptakteur beim Impfen bleiben unsere leistungsstarken Arztpraxen, Betriebsärzte und Krankenhäuser.» Unterstützt würden sie von einigen geschulten Apotheken und Zahnärzten. Die Pflegeeinrichtungen wurden gesondert über die verfügbaren Impfstoffe und Impfempfehlungen informiert.

Nach der aktuell gültigen Empfehlung der Sächsischen Impfkommission (SIKO) vom 25. August 2022 sind vierte Impfungen ohne Einschränkung für alle Menschen ab zwölf Jahre möglich. Diese sollten bevorzugt mit den angepassten Impfstoffen erfolgen.

Nach Angaben der SIKO bestehen die neuen Impfstoffe zur Hälfe aus dem bisher von den Herstellern verfügbaren Impfstoff, der auf den Wildtyp des Coronavirus zugeschnitten ist. «Die andere Hälfte der Impfstoffe ist an den Omikron-Subtyp BA.1 angepasst.» Resultat sei nach jetziger Datenlage eine bessere Immunantwort, «auch wenn im Moment in Deutschland die BA. 4/5-Variante das Infektionsgeschehen dominiert».

Gesunden Menschen unter 70 Jahre und Beschäftigten im Gesundheitswesen empfiehlt die SIKO die vierte Impfung mit den bivalenten, den Omikron-Subtypen BA.4/5 angepassten Impfstoffen. «Diese erwarten wir Mitte Oktober.»

In Sachsen wurden seit Pandemiebeginn im März 2020 nach RKI-Angaben über 1,72 Millionen Infektionen registriert - bei rund vier Millionen Einwohnern. 15.937 Menschen starben bisher an oder mit einer Sars-CoV-2-Infektion.

© dpa
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