Leipzig holt Diallo und will Sieglos-Serie beenden

RB Leipzig hat mit der Verlängerung von Gvardiol und dem Last-Minute-Transfer von Diallo ein weiteres Signal an die Konkurrenz gesendet. Nun muss der beste Kader der Vereinsgeschichte punkten. Am besten gleich bei der punktgleichen Eintracht.
Abdou Diallo wechselt zum RB Leipzig. © Bernd Thissen/dpa/Archivbild

RB Leipzig hat auch ohne Sportdirektor ein dickes Ausrufezeichen zum Ende der Transferperiode und somit die Messlatte für Wunschkandidat Max Eberl sehr hoch gesetzt. Und mal ganz anders: Mitten in der laufenden Pressekonferenz klopfte es an der Tür, plötzlich stand Verteidiger Josko Gvardiol im Raum und verkündete selbstbewusst: «Ich bleibe hier», sagte der 20 Jahre alte kroatische Abwehrspieler. «Ich bin sehr glücklich darüber, bis 2027 vorzeitig verlängert zu haben», betonte Gvardiol. Dabei warteten fast alle im Raum auf den Vollzug des Last-Minute-Transfers von Abwehrkollege Abdou Diallo.

Dieser kam dann einige Stunden später, aber noch rechtzeitig. Der 26 Jahre alte Innenverteidiger von Paris Saint-Germain wird für diese Saison ausgeliehen. Die Leihgebühr soll dem Vernehmen nach bei 1,5 Millionen Euro liegen. «Ich freue mich sehr, Teil dieser starken Mannschaft zu werden und jetzt im RBL-Trikot auflaufen zu können. Es ist schön, zurück in der Bundesliga zu sein», sagte Diallo, der mit Paris (75 Pflichtspiele) in drei Jahren neun nationale Titel holte.

Nach dem Coup mit Christopher Nkunku, dem Verbleib von Konrad Laimer und der Rückholaktion von Nationalstürmer Timo Werner zog Tedesco eine zufriedene Transferbilanz. «Ich bin sehr zufrieden, wir haben einen richtig guten Kader», sagte er. Zugleich haderte er mit der Länge des Wechselzeitraums: «Ich wünsche mir schon, dass das Transferfenster nicht so lang ist. Einerseits hat man mehr Ruhe, denn es gibt viele Spekulationen, die man intern mit den Spielern wegmoderiert. Die Spieler selbst wissen manchmal nicht, was passiert heute noch mit mir», sagte er.

Hinzu kommt der Punkt Wettbewerbsverzerrung. Als Beispiel brachte er das Auftaktspiel beim VfB Stuttgart (1:1) an. «Wir spielen in Stuttgart und haben Sasa Kalajdzic verteidigen müssen, Kalajdzic ist jetzt bei Wolverhampton. Die ersten drei Gegner vom VfB haben Sasa Kalajdzic verteidigen müssen, die restlichen halt nicht. Das ist jetzt nur ein Beispiel.»

Gvardiol ließ sich trotz der Mega-Angebote vom FC Chelsea und Manchester City, die dem Vernehmen nach eine 80-Millionen-Offerte und mehr avisierten, nicht beirren. «Ich will mit RB Leipzig noch viel erreichen. Ich spüre das Vertrauen des Clubs, meine Entwicklung weiter voranzutreiben», sagte der Kroate, dessen Vertrag beim sächsischen Fußball-Bundesligisten ursprünglich bis zum 30. Juni 2026 lief.

Er gehört bei RB zu den Erfolgsgaranten. So wie Kapitän und Stammkeeper Peter Gulacsi, der im Bundesliga-Duell an diesem Samstag (18.30 Uhr/Sky) beim Europa-League-Sieger Eintracht Frankfurt wieder in die Startelf rückt. Tedesco will die Sieglosserie der Leipziger in Frankfurt endlich beenden. «Die gegenwärtige Arbeitsatmosphäre stimmt mich optimistisch, dass wir am Samstag den ersten Sieg bei der Eintracht holen. Die Jungs sind sehr fokussiert und trainieren sehr hart», sagte er.

Bei den Hessen will Tedesco vor allem die «Ballbesitz- als auch die Umschaltphasen kontrollieren. Die wahre Stärke der Eintracht ist das Umschalten. Da muss man ganz besonders aufpassen», warnte er. Vor allem Eintrachts Neuzugang Mario Götze sieht er als absolute Verstärkung: «Mario Götze ist eine Bereicherung für das Frankfurter Spiel.»

In bislang 13 Pflichtspielen (12 Bundesliga/1 Pokal) gelangten jedem Team drei Siege, sieben Mal trennten sich die Kontrahenten unentschieden.

© dpa
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