Sachsens Arbeitsmarkt in Hochform: 46.000 freie Stellen

Die Arbeitslosenzahl in Sachsen ist den vierten Monat in Folge gesunken. Für Juni rechnen Experten nun jedoch wieder mit einem Anstieg. Grund ist ein Systemwechsel bei der Betreuung von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine.
Das Logo der Agentur für Arbeit. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Sachsens Arbeitsmarkt hat die Corona-Krise hinter sich gelassen und läuft zu neuer Hochform auf. Dabei lässt er sich auch vom Krieg in der Ukraine und seinen Folgen bisher nicht stoppen. So ist die Beschäftigung zuletzt deutlich gestiegen und es lagen den Arbeitsagenturen und Jobcentern im Mai 46.000 freie Stellen vor. «Wer aktuell einen Job sucht, kann ihn in Sachsen finden», betonte der Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Klaus-Peter Hansen, am Dienstag. Den Angaben nach sank die Arbeitslosenquote auf ihren bisher niedrigsten Stand in einem Mai in Sachsen: 5,2 Prozent.

Im Mai waren rund 110.100 Menschen im Freistaat arbeitslos gemeldet (Stichtag 12. Mai). Das sei ein Minus von 2,3 Prozent im Vergleich zum April, berichtete die Regionaldirektion in Chemnitz. Damit verringerte sich die Arbeitslosigkeit hierzulande den vierten Monat in Folge. Vor einem Jahr lag die Zahl noch um fast 15 Prozent höher. Damals waren rund 19.300 Menschen mehr arbeitslos als aktuell.

«Bislang haben die meisten Unternehmerinnen und Unternehmer im Freistaat die Krisen der letzten Jahre bewältigt», konstatierte Hansen. Nun navigierten sie umsichtig durch die unsichere Lage mit unterbrochenen Lieferketten und möglichen Energieengpässen. Für Juni rechne er zunächst wieder mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Grund ist ein Systemwechsel, wodurch ab 1. Juni die Jobcenter für die Leistungen der Ukraine-Flüchtlinge zuständig sind. Daher werden sich viele von ihnen gezielt arbeitslos melden, erklärte Hansen. «Das wird zu einem ungewöhnlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juni führen.»

Der jüngste Aufschwung zeigt sich auch an der Zahl der Menschen mit einem sozialversicherungspflichtigen Job. Im März seien es 1,64 Millionen gewesen, hieß es. Das sei ein Plus von 1,2 Prozent binnen eines Jahres. Große Zuwächse habe es etwa in der Logistik und im Gesundheitswesen gegeben. Derweil ging die Kurzarbeit zuletzt zurück. Im Februar - neuere Zahlen liegen noch nicht vor - waren knapp 68.000 Menschen in 10.000 Betrieben von Kurzarbeit betroffen. Das waren etwa 8500 Menschen weniger als im Januar. Von März bis Mai hätten etwa 1200 Unternehmen für rund 23.000 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt.

Die Arbeitslosigkeit sei in allen Regionen Sachsens gesunken, betonte Hansen. Am niedrigsten ist sie derzeit im Erzgebirgskreis mit 4,0 Prozent, am höchsten im Landkreis Görlitz mit 7,2 Prozent

© dpa
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