Günther: Markt für Bio trotz Preissteigerungen stabil

Lebensmittel mit Bio-Label sind oft teurer als solche ohne. Es gibt Befürchtungen, dass Menschen bei hoher Inflationsrate lieber zu Billigkost greifen. In Sachsen ist man dagegen optimistisch.
Regionales Bio-Gemüse liegt zum Verkauf in einem Hofladen. © Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Der sächsische Agrarminister Wolfram Günther (Grüne) sieht trotz stark gestiegener Verbraucherpreise den Markt für Bio-Produkte stabil. «Seit Beginn der Pandemie haben Bio- und regionale Produkte einen beispiellosen Schub bekommen. Ich gehe davon aus: Das ist eine Entwicklung, die lässt sich nicht zurückdrehen», sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Bei stark gestiegenen Energiepreisen sei es jedoch mehr als verständlich, dass Haushalte auf jeden Cent schauen.

«Viele Menschen bleiben aber bei Bio und Regio, weil sie die Vorteile dieser Lebensmittel schätzen gelernt haben: die kurzen Wege, die Frische. Sie kennen teilweise die Produzenten», erklärte Günther. Die Verbraucher könnten sich informieren, unter welchen Bedingungen für die Tiere ihre Milch, ihre Eier, ihre Wurst hergestellt werden. «Sie wissen, dass bei regionalen Produkten mehr Geld in der Region bleibt. Ökologische Lebensmittel sind gut für Umwelt und Artenvielfalt, für Klima und Tiere. Und kurze Wege sind gut für Klima und Umwelt.»

Günther zufolge erhält sein Haus aus der Branche verschiedene Meldungen. «In manchen Betrieben sind die Umsätze bei Bio und Regio zurückgegangen, wohlgemerkt nach wirklich starken Zuwächsen 2020 und 2021. Andere Betriebe melden uns, dass die Nachfrage weiter oder wieder nach oben geht. Unterm Strich bleibt: Bio und Regionales sind auf deutlich höherem Niveau als vor Beginn der Pandemie.» Auf dem Online-Portal für regionale Lebensmittel sei die Zahl der Anbieter und Nutzer deutlich gestiegen.

Der Minister erinnerte an zahlreiche Probleme: «Die Klimakrise mit Hitze und Trockenheit, der Krieg in der Ukraine, die gestiegenen Betriebsmittelpreise: Die Landwirtschaft hat gerade viele Krisen gleichzeitig zu bewältigen.» Gerade jetzt sei die Stärkung der Ökolandwirtschaft und regionaler Wertschöpfungsketten ein hochwirksames Gegenmittel gegen die Krisen. Regionale Lebensmittel würden Landwirten und Verarbeitern Einkommensperspektiven bieten. «Es macht sie unabhängig vom Achterbahnfahren an den Weltmärkten.»

«Wenn mehr von dem, was wir in Sachsen und Deutschland essen, auch in Sachsen und Deutschland angebaut wird, macht uns das auch als Gesellschaft krisenfester», sagte Günther.

© dpa
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