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Bauern ernten mehr Getreide: Sorge um Abverkauf der Ernte

Die Getreideernte war für Sachsens Bauern Ende Juni hoffnungsvoll gestartet. Doch wegen Regenwetters mussten die Mähdrescher später immer wieder Zwangspausen einlegen. Zudem setzen den Landwirten hohe Kosten zu. Von «der teuersten Ernte bisher» ist die Rede.
Getreideernte
Ein Mähdrescher ist in einem Feld mit Weizen unterwegs. © Thomas Warnack/dpa

Sachsens Bauern haben eine gute Getreideernte eingefahren, sorgen sich aber um den Absatz von Weizen und Roggen. Der Ertrag lag mit 68 Dezitonnen Getreide pro Hektar über dem Mittel der Vorjahre (plus 1,1 Dezitonnen), wie der Landesbauernverband am Freitag in Fraureuth (Landkreis Zwickau) mitteilte. Insgesamt wurden 2,5 Millionen Tonnen vom Feld geholt und damit mehr als im vergangenen Jahr - trotz geringerer Anbaufläche. Allerdings habe die Witterung zu Qualitätsverlusten geführt, so dass sich die Bauern mit Preisabschlägen konfrontiert sähen.

«Wir Landwirte gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge aus dieser Ernte», sagte Bauernpräsident Torsten Krawczyk. Getrübt werde die Bilanz durch stark gestiegene Kosten für Kraftstoff, Saatgut und Dünger. Krawczyk sprach von der teuersten Ernte bisher. Zudem laufe der Absatz schleppend. «Die Ware wird nicht so abgerufen, wie wir das kennen.» Als Gründe wurden genannt, dass Getreide aus der Ukraine nach Europa drücke und dass Russland Getreide zu Dumpingpreisen exportiere - mit entsprechenden Folgen für die Nachfrage auf dem Weltmarkt.

Dabei sitzen den Angaben zufolge viele Betriebe noch auf Getreide aus der Ernte 2022. Vor allem Bio-Betriebe berichteten, dass sie noch viel alte Ware auf Lager hätten, hieß es. Hier zeige sich eine Kaufzurückhaltung von Verbrauchern angesichts der hohen Inflation.

Sollte es im Handel Preissteigerungen bei Lebensmitteln geben, sei der Grund dafür nicht in der Landwirtschaft zu suchen, betonte Krawczyk. Vielmehr seien die Bauern mit Preisrückgängen für ihre Produkte konfrontiert - trotz stark gestiegener Kosten.

Neben den weltpolitischen Entwicklungen machten Wetterextreme wie Dürren und Starkniederschläge infolge der Klima-Krise die Situation für die Bauern immer unkalkulierbarer, konstatierte Agrarminister Wolfram Günther (Grüne). Deswegen brauche es mehr Klimaschutz und mehr Klimaanpassung. Dazu zähle, den Wasserrückhalt in der Fläche besser zu organisieren. Dabei gehe es etwa um die Art der Bodenbearbeitung und das Anlegen von Windschutzstreifen.

Kopfzerbrechen bereiten vielen Bauern verschärfte Vorschriften für das Düngen. In sogenannten «roten Gebieten» gelten strengere Auflagen, um den Nitrateintrag in den Boden zu verringern. Das sei ein Riesenproblem, sagte Lars Oehler, Vorstand des Betriebs Agrarhof Gospersgrün. Allein in seinem Unternehmen betreffe das 671 Hektar. Das habe erhebliche Auswirkungen auf den Ertrag und die Qualität des dort angebauten Weizens. «In solchen roten Gebieten kann man den Brotweizen-Anbau vergessen.»

Winterweizen ist für Sachsens Bauern die wichtigste Feldfrucht. Er wurde dieses Jahr laut Statistischem Landesamt auf 182.600 Hektar angebaut. Im Ranking folgen Raps (113.000 Hektar), Wintergerste (93.300) und Silomais (83.600). Insgesamt bearbeiten die Landwirte im Freistaat eine Fläche von 893.400 Hektar Acker- und Grünland sowie Dauerkulturen.

© dpa
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