Steinmeier appelliert in Krisenzeiten an Bürgersinn

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat angesichts zahlreicher Krisen an den Bürgersinn appelliert. «Die Pandemie, die Folgen des Krieges in der Ukraine, die wirtschaftlichen Ängste wegen steigender Preise für Energie und Lebensmittel: Überall in unserem Land führt das natürlich zu Diskussionen - in den Familien, unter Freunden, in den Betrieben», sagte er am Donnerstag in Freiberg zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an sächsische Bürger. Wie es in Deutschland weitergehe und ob es gut weitergehe, entscheide sich nicht allein auf den Regierungsbänken oder im Parlament in Berlin oder Dresden. Das entscheide sich in jeder einzelnen Kommune. «Jede Bürgerin, jeder Bürger kann dazu beitragen, dass unsere Gesellschaft zusammenbleibt, kann sich engagieren und mithelfen (...) Ohne aktive Bürger ist die Demokratie machtlos.»
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht. © Sebastian Kahnert/dpa

Er sei dankbar für die Erfahrung, dass vielerorts in Deutschland eine engagierte Bürgergesellschaft höchst lebendig ist, sagte Steinmeier. «Eine Bürgergesellschaft, in der sich viele dafür einsetzen und zeigen: Dass das Verbindende in unserem Land am Ende doch stärker ist als das, was uns trennt. Dass demokratischer Streit nicht zur Spaltung führen muss, sondern auch zu Kompromissen und tragfähigen Lösungen beitragen kann. Dass berechtigte Kritik nicht nur in Klage münden muss, in Ablehnung und Protest, sondern auch zu kreativen, gemeinsamen Aktionen und vielfältig engagierten Initiativen führt.»

Im Anschluss verlieh Steinmeier mehreren Frauen und Männern das Bundesverdienstkreuz. Die Leipziger Wissenschaftlerin Julia Cissewski bekam den Orden für ihre Verdienste um den Schutz der letzten freilebenden Orang-Utans auf Borneo (Indonesien) und ihr Engagement in der Umweltbildung. Carmen Hartung aus Freiberg engagiert sich für Kinder und Frauen, die von Gewalt betroffen sind. Christine Hinkel aus Annaberg-Buchholz hat sich der musikalischen Bildung junger Menschen verschrieben. Stefan Mertenskötter aus Dresden wurde für seine Arbeit im Umweltschutz und in der Flüchtlingshilfe geehrt, Roland Schöne aus Chemnitz für sein langjähriges Engagement in der Erwachsenenbildung. Christian Schramm aus Bautzen hat sich als Kommunalpolitiker einen Namen gemacht, Immo Stamm aus Frankenberg engagiert sich für die Belange körperlich behinderter Menschen.

Steinmeier hatte seit Dienstag in Freiberg geweilt. In seiner Veranstaltungsreihe «Ortszeit Deutschland» führte er drei Tage seine Amtsgeschäfte von der sächsischen Bergstadt aus.

© dpa
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