Neues Kunstfestival in Dresden blickt nach Osteuropa

Bronze-Trabi auf Beinen, Riesen-Kronleuchter, Spinnenmann - auf Dresdens berühmter Brühlscher Terrasse sind skurrile Gebilde versammelt. Es geht um Imagination - und Kunst.
Die Installation „My Light is Your Light“ von Krištof Kintera vor der Akademie der Bildenden Künste. © Robert Michael/dpa/Archivbild

Die erste «Tschechische Saison» in Dresden macht bis Jahresende «auf die außergewöhnlichen künstlerischen Leistungen» im Nachbarland aufmerksam. Unter dem Titel «Alle Macht der Imagination» schaue das Kunstfestival auf die künstlerischen Perspektiven in dem Nachbarland und ermögliche Begegnung auf einem international sichtbaren Feld, sagte die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), Marion Ackermann, bei der Eröffnung am Freitag. Das gemeinsam mit dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und Partnern zur tschechischen EU-Ratspräsidentschaft 2022 initiierte Projekt sei langfristig angelegt. In den nächsten Jahren sollen weitere Kulturbegegnungen zwischen Deutschland, Tschechien, Polen und anderen Ländern Osteuropas folgen.

«Wir wissen viel zu wenig über künstlerische Perspektiven in Tschechien» und anderen osteuropäischen Nachbarn, sagte Ackermann. Im Westen Deutschlands kämen sie nicht vor, während es im Osten eine starke Affinität zu Figuration und Positionen in der tschechischen Kunst gebe, «die hier auch ganz anders verstanden werden» - allerdings zu DDR-Zeiten auch keinen Austausch.

Das erste Kunstfestival umfasst Ausstellungen, Theater, Filmaufführungen, Konzerte, Lesungen und künstlerische Performances, wobei Kunstnachwuchs und prominente Vertreter der tschechischen Kulturszene gastieren. Das Angebot reicht von Auftritten tschechischer Bands über neue Bühnenkoproduktionen bis zum Kultur-Chillout und interaktivem Museumslabor für hybride Kunstereignisse. Besucher könnten etwa das Theater der Gebrüder Forman kennenlernen, sagte Jiří Fajt, früher Direktor der Tschechischen Nationalgalerie und jetzt verantwortlich für internationale Beziehungen bei den SKD. Die Zwillingssöhne von Oscar-Regisseur Milos Forman («Amadeus») stünden filmisch ihrem berühmten Vater nicht nach.

Zum Auftakt präsentiert «Relocated» in der Altstadt elf Skulpturen und Installationen zeitgenössischer Bildhauer, die laut SKD traditionelle Bedeutungen und künstlerische Praktiken verlagern, neu schichten und transformieren. So erinnert auf dem «Balkon Europas», wie die Brühlsche Terrasse auch genannt wird, ein Trabant auf Beinen von David Černý (Jahrgang 1967) an die 1989 von DDR-Ausreisewilligen zurückgelassenen Autos in den Straßen von Prag, als «stumme Zeugen des unbezwingbaren menschlichen Freiheitswillens». Der Riesen-Kronleuchter von Krištof Kintera (Jahrgang 1973) wenige Meter entfernt steht für Energieverbrauch und -verschwendung.

© dpa
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