Bundespräsident Steinmeier setzt «Ortszeit» in Sachsen fort

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier führt seine Amtsgeschäfte vom 6. bis 8. Dezember vom sächsischen Freiberg aus. Zum Zuge seiner Gesprächsreihe «Ortszeit Deutschland» will er sich nach Angaben des Bundespräsidialamts vom Donnerstag einen Eindruck verschaffen, wie die Menschen in der Erzgebirgsregion auf ihren Alltag und auf Deutschland blicken. Das Staatsoberhaupt nimmt sich drei Tage Zeit für Begegnungen und Gespräche.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht zur Eröffnung einer Tagung im Schloss Bellevue. © Bernd von Jutrczenka/dpa/Archivbild

Unter anderem will Steinmeier mit Einwohnern diskutieren, sich mit Kommunalpolitikern austauschen und eine Grundschule besuchen, die geflüchtete Kinder aufnimmt. Geplant sind zudem Austausche mit Freiberger Unternehmern, deren Betriebe er zusammen mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) besucht. Bevor es nach drei Tagen zurückgeht in die Bundeshauptstadt, verleiht Steinmeier laut Ankündigung neun Engagierten den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

Die gut 40.000 Einwohner-Stadt Freiberg mit der 250 Jahre alten TU Bergakademie liegt zwischen Dresden und Chemnitz. Seit ihrer Gründung vor gut 800 Jahren war sie von Bergbau und Hüttenindustrie sowie Forschung geprägt. Zu DDR-Zeiten entwickelte sie sich zur Region für Hochleistungstechnologien und Mikroelektronik und gehört heute zum sogenannten Silicon Valley Saxony. «Die Stadt ist ein Beispiel dafür, wie Menschen schwierige gesellschaftliche Umbrüche bewältigen können», hieß es aus dem Bundespräsidialamt.

Freiberg ist nach Altenburg (Thüringen), Quedlinburg (Sachsen-Anhalt), Rottweil (Baden-Württemberg) und Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern) die fünfte Station der Gesprächsreihe «Ortszeit Deutschland». Dabei verlegt der Bundespräsident seit März jeweils seine Amtsgeschäfte für einige Tage in die Gastgeberstadt.

Steinmeier entschied sich laut Bundespräsidialamt bewusst vor allem für Orte in Ostdeutschland, weil die oft strukturschwachen Gebiete besonders von den Folgen des Ukraine-Krieges betroffen seien und die Menschen manchen politischen Entscheidungen kritischer gegenüber stünden.

© dpa
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