Jörg Urban will AfD in die Landtagswahl 2024 führen

Bei der Bundestagswahl 2021 war die AfD in Sachsen stärkste Kraft, im kommenden Jahr will sie dies zur Landtagswahl wiederholen. Landeschef Urban wirft schon jetzt seinen Hut als Spitzenkandidat in den Ring.
Vorsitzender der AfD in Sachsen Jörg Urban. © Sebastian Kahnert/dpa/Archivbild

AfD-Landeschef Jörg Urban will als Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2024 antreten. Als Vorsitzender von Partei und Landtagsfraktion in Sachsen sei es naheliegend, dass er als Spitzenkandidat ins Rennen gehe, sagte der 58-Jährige am Rande des Landesparteitages am Samstag in Glauchau (Kreis Zwickau). «Und ich will es auch machen.» Unterstützung erhielt er von AfD-Bundeschef Tino Chrupalla: «Wir werden dich mit aller Tatkraft unterstützen», sagte er vor fast 300 Delegierten: «Du kannst Geschichte schreiben.» Ziel sei, stärkste Kraft im Freistaat zu werden.

Formal wird über die Spitzenkandidatur im Frühjahr 2024 entschieden, wenn die Liste zur Landtagswahl aufgestellt wird. Die AfD hatte bei der Landtagswahl 2019 27,5 Prozent der Stimmen erhalten und war hinter der CDU (32,1 Prozent) zweitstärkste Kraft geworden. Dagegen hatte sie bei der Bundestagswahl 2021 mit 24,6 Prozent der Stimmen in Sachsen besser abgeschnitten als alle anderen Parteien.

Im Moment sehe er keine Konkurrenten für die Spitzenkandidatur, sagte Urban. Zudem solle der Wahlkampf stärker personalisiert und auf ihn zugeschnitten sein als bei der vergangenen Landtagswahl. Dabei werde seine Partei verstärkt auf soziale Medien setzen. Das Wählerpotenzial bezifferte er mit rund 30 Prozent. Die AfD hatte schon voriges Jahr auf Erfolge bei den Kommunalwahlen in Sachsen gebaut, war allerdings mit dem Ziel gescheitert, erstmals einen Landrat zu stellen.

Für eine mögliche Mehrheit im Landtag fehlt der AfD bisher jedoch ein potenzieller Koalitionspartner. Keine im Landtag vertretene Partei will mit ihr zusammenarbeiten. Als Wunschpartner benannte Urban die CDU. Sie müsse sich allerdings «hübsch machen», um koalitionsfähig zu sein, sagte er. Auf kommunaler Ebene gebe es schon jetzt gemeinsame Entscheidungen. Zudem zeige sich Ministerpräsident Michael Kretschmer «sehr beweglich» und vertrete viele Positionen, die auch Positionen der AfD seien. «Kretschmer ist ein politischer Kopierer», sagte auch Chrupalla.

CDU-Bundeschef Friedrich Merz hatte allerdings erst jüngst bei einer Regionalkonferenz in Schkeuditz mit Blick auf die Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg im nächsten Jahr eine klare Distanz zur AfD betont. «Für die Christlich Demokratische Union wird es mit dieser Partei an keiner Stelle der Bundesrepublik Deutschland eine parlamentarische Zusammenarbeit geben.»

Bei dem AfD-Parteitag in Glauchau ging es zunächst um die Wahl zum EU-Parlament im Frühjahr 2024. «Die EU bestimmt heute weite Teile der Politik bis auf die kommunale Ebene. Das wollen wir nicht», betonte Urban. Er sprach sich für gute Beziehungen zu Russland und ein «Europa der Marktwirtschaft» aus. Unternehmer müssten frei entscheiden können, welche Produkte sie anbieten, und Bürger, welche Produkte sie kaufen. Quoten etwa für Elektroautos lehne die AfD ab.

Urban ist seit 2013 Mitglied der AfD und zog im Jahr darauf in den Landtag ein. 2018 rückte er an deren Landesspitze. Der 58-Jährige hat an der Technischen Universität Dresden Wasserbau studiert und danach als freiberuflicher Bauingenieur gearbeitet, später im Natur- und Landschaftsschutz. Er wohnt in Dresden, ist nach eigenen Angaben verheiratet und hat drei Kinder.

© dpa
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