Pilotprojekt: Mit Abwasseranalysen Corona-Wellen vorhersagen

Mit Hilfe von Abwasser den Verlauf der Corona-Pandemie frühzeitig erkennen - noch nicht viele Kommunen haben sich auf diesen Weg gemacht. Drei Vorreiter-Städte liegen in Rheinland-Pfalz.
Eine Mitarbeiterin im Institut für Hygiene und Gesundheit überprüft Abwasser auf Coronaviren. © Daniel Reinhardt/dpa/Symbolbild

Mehrere Städte in Rheinland-Pfalz haben bereits Erfahrungen mit dem Nachweis des Coronavirus im Abwasser gesammelt. So gehört Neustadt an der Weinstraße zu einem von der EU geförderten Pilotprojekt, bei dem 20 Städte in Deutschland daran arbeiten, ein dauerhaftes Überwachungssystem einzurichten, um Entwicklungen in der Corona-Pandemie frühzeitig erkennen zu können. Zudem waren an einem im vergangenen Dezember abgeschlossenen Modellvorhaben die Kläranlage Mainz und das Hauptklärwerk in Trier beteiligt.

Das Coronavirus befällt zwar hauptsächlich die Atemwege. Partikel des Erregers lassen sich jedoch auch im Stuhl und dementsprechend im Abwasser nachweisen. Untersucht man in einem Klärwerk das Abwasser einer ganzen Region, kann so im Idealfall eine anrollende Coronawelle früher erkannt werden als durch das Testen einzelner Menschen.

Das Verfahren könnte einen weiteren Vorteil haben: «Das Abwassermonitoring kann dazu beitragen, frühzeitig mögliche neue Virusvarianten zu entdecken und dann dazu mögliche Schutzmaßnahmen frühzeitig zu entwickeln», hieß es aus dem Wissenschaftsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Amtsärzte hatten sich kürzlich für eine Ausweitung von Abwasseranalysen ausgesprochen. «Optimal wäre, wenn alle Kommunen mitmachen würden», hatte der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes betont. Die Landesregierung in Mainz befürwortet eine Ausweitung des Monitoring, also der dauerhaften Beobachtung der Corona-Spuren im Abwasser, grundsätzlich. Ob es ein bundesweites, flächendeckendes System oder ein andere Lösung gebe, werde über die Bundesebene abgestimmt. Besonders weit beim Abwasser-Monitoring seien etwa die Niederländer.

Die durch die Analysen in Mainz und Trier gewonnenen Informationen wurden zur Weiterentwicklung eines Frühwarnsystems zentral dem Umweltforschungszentrum (UFZ) in Leipzig bereit gestellt. Für das halbjährige Monitoring auf den Kläranlagen in Mainz und Trier sind für den Transport der Proben zu dem Labor und die dortige Analyse Kosten in Höhe von 21.500 Euro netto angefallen. Diese wurden vom Land Rheinland-Pfalz übernommen. Hinzu kommt etwa der Aufwand für die Probenahme sowie für das Datenmanagement.

© dpa
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