Feuerwehr-Ausbilder sieht Handlungsbedarf bei Ausrüstung

Waldbrände halten bei der aktuellen Trockenheit Feuerwehren in Atem - auch in Rheinland-Pfalz. Doch wie sieht es mit der Ausrüstung der Einsatzkräfte zwischen Eifel und Pfalz aus?
Blaulichter leuchten an einem Einsatzfahrzeug der Feuerwehr. © Robert Michael/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

Angesichts der Waldbrände in diesem trockenen Sommer sieht ein Ausbilder für freiwillige Feuerwehren in Rheinland-Pfalz Nachbesserungsbedarf bei der Ausstattung der Einsatzkräfte. «Die Feuerwehren in Rheinland-Pfalz sind zum Teil gut aufgestellt, es gibt aber noch viel Handlungsbedarf», sagte Christian Schmidt von der Firma Euro-Waldbrand aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm, die Feuerwehren in Rheinland-Pfalz trainiert und schult. Es müsse zusätzliche Ausrüstung beschafft werden. «Das wären zum Beispiel Schutzbekleidung und schwer geländegängige Fahrzeuge.»

«Da wir in Rheinland-Pfalz überwiegend freiwillige Feuerwehren haben, stehen die teilweise vor Problemen», erklärte Schmidt. Teils gebe es Schwierigkeiten, Brände in Wäldern wegen zurückgebauter Zufahrtswege oder aufgrund von fehlender Ausstattung zu erreichen. Die Feuerwehren hätten zudem zu manchen Tageszeiten Schwierigkeiten, ihre volle Mannschaftsstärke zu erreichen, da freiwillige Feuerwehrleute tagsüber in ihren Berufen arbeiten.

Zuletzt hatte es von der Eifel bis in die Pfalz Brände gegeben. Schon vor dem Sommer hatte die Sprecherin des Gemeinde- und Städtebundes Rheinland-Pfalz, Agneta Psczolla, gesagt, Feuerwehren müssten sich vermehrt auf extreme Waldbrände und Naturkatastrophen durch den Klimawandel oder die Bewältigung neuer Bedrohungs- und Schadenslagen einstellen.

Nach Einschätzung von Landesforsten Rheinland-Pfalz sind die Folgen von Waldbränden auf die Natur vielschichtig: Neben den ökologischen Auswirkungen auf Nährstoff-, Luft- und Wasserhaushalt, über die Vernichtung von Pflanzen, Pilzen und Tieren, über Erosion bis hin zur Freisetzung von Schadstoffen durch Feuer hätten sie auch ökonomische Folgen. Es würden Holzvorräte zerstört und es fielen Kosten für die Brandbekämpfung und die Wiederaufforstung an.

Schmidt von der Firma Euro-Waldbrand erklärte weiter, bei der Bekämpfung von Waldbränden fehle es den freiwilligen Feuerwehren nicht an Kompetenz, teils aber an richtiger Ausrüstung. «Teils verfügen Feuerwehren nur über geländefähige, nicht über geländegängige Fahrzeuge. Sie bräuchten das ein oder andere Fahrzeug mehr, welches geländegängig ist und über einen Wassertank verfügt», erklärte er. Gleichzeitig habe sich das Arbeitsgebiet der Feuerwehren ausgeweitet: «Die Arbeit wird immer mehr, es lastet viel Verantwortung auf deren Schultern.» Hier sei Unterstützung aus Gesellschaft und Politik gefragt, so Schmidt. Infolge häufiger werdender Waldbrände sei zudem eine Absprache mit örtlichen Forstbehörden für die Feuerwehren wichtig.

Das Innenministerium in Mainz verweist auf die Zuständigkeit der örtlichen Behörden bei der Bekämpfung von Wald- und Vegetationsbränden. Dazu hätten die jeweiligen Aufgabenträger eine den örtlichen Verhältnissen entsprechende Feuerwehr aufzustellen und auszustatten. Das Land unterstütze die Kommunen aber, teilte ein Sprecher mit. Für die Förderung größerer Mengen an Löschwasser etwa habe das Land bei den Berufsfeuerwehren in Trier, Koblenz und Ludwigshafen je einen sogennanten Abrollbehälter Hytrans-Fire-System stationiert - eine Art mobiler Container für die Wasserförderung an Brandorten.

Für eine Brandbekämpfung aus der Luft stünden zwei landeseigene Polizeihubschrauber mit Löschwasserbehältern zur Verfügung, erklärte das Innenministerium weiter. In den Nachbarländern und bei der Bundeswehr stehen laut Ministerium weitere Hubschrauber zur Verfügung. Darüber hinaus beschaffe das Land derzeit acht Löschfahrzeuge vom Typ TLF 3000, die künftig in den acht Leitstellenbereichen stationiert werden sollten.

© dpa
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