«Er wählte das Wort eiskalt»: Polizistenmord-Prozess

Mit zwei Vernehmungsbeamten im Zeugenstand ist der Mordprozess um tödliche Schüsse auf zwei Polizisten Ende Januar bei Kusel in der Pfalz fortgesetzt worden. Im Mittelpunkt stand am Donnerstag die Tatversion des Nebenangeklagten - er soll Ende Januar mit einem Komplizen bei der Jagdwilderei ertappt worden sein. Bei der nächtlichen Fahrzeugkontrolle starben damals eine Polizeianwärterin (24) und ein Polizeikommissar (29) durch Kopfschüsse.
Der Hauptangeklagte (r) sitzt neben seinem Anwalt. © Uwe Anspach/dpa-Pool/dpa/Archivbild

Der Nebenangeklagten schweigt im Prozess vor dem Landgericht Kaiserslautern. Allerdings habe der 33-Jährige nach der Festnahme zur Tat ausgesagt, sagte ein Polizeioberkommissar am elften Verhandlungstag. Der Mann habe zunächst alles abgestritten und nur gesagt, er «habe niemandem etwas getan», schilderte er die Vernehmung. Nach einigen Vorhaltungen sei aber «das Eis gebrochen». Der Mann habe sich zunächst geweigert, den Namen des Hauptangeklagten zu nennen. «Wir haben ihm abgenommen, dass er Angst vor ihm hat.» Schließlich habe der 33-Jährige den Namen genannt und gesagt, dieser habe die beiden Polizisten erschossen.

Ein weiterer Polizist, der bei der damaligen Vernehmung dabei war, sagte ebenfalls, der Nebenangeklagte habe zunächst alles abgestritten. «Erst als wir ihn mit Erkenntnissen konfrontierten, ist er eingeschwenkt.» Der Nebenangeklagte habe spürbar Angst vor seinem damaligen Komplizen gehabt. «Er wählte das Wort eiskalt.»

Auch der elfte Verhandlungstag fand in einem voll besetzten Saal statt. Das Interesse bei Besucherinnen und Besuchern ist seit Beginn des Prozesses Ende Juni groß. Die Verhandlung wird am Freitag (9.00 Uhr) fortgesetzt. Bisher sind Termine bis Ende November angesetzt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Hauptangeklagten vor, die Polizistin und ihren Kollegen mit Gewehrschüssen in den Kopf ermordet zu haben, um Jagdwilderei zu verdecken. Der 39-Jährige streitet das ab.

Die Gewalttat an einer abgelegenen Kreisstraße in der Westpfalz sorgte bundesweit für Entsetzen. Dem Nebenangeklagten wirft die Anklagebehörde versuchte Strafvereitelung vor. Er soll zwar beim Spurenverwischen geholfen, aber nicht geschossen haben.

Die beiden Angeklagten waren den Ermittlungen zufolge häufig zusammen auf Jagdwilderei gewesen. Sie waren wenige Stunden nach der Tat im Saarland festgenommen worden.

© dpa
Weitere News
Top News
Musik news
Boss 'n' Soul: Bruce Springsteen verneigt sich vor der schwarzen Musik
Fußball news
Bundesliga: Bayern-Coach Nagelsmann blickt auf «Pay Day»
Musik news
Abschied: «Gangsta's Paradise»-Rapper Coolio mit 59 Jahren gestorben
People news
Auszeichnungen: Vergabe Literaturnobelpreis: Ukraine, Rushdie, Überraschung?
Internet news & surftipps
Spiele: Google stellt Games-Streamingdienst Stadia ein
Das beste netz deutschlands
Featured: iPhone 14 (Pro): So nutzt Du den Action Modus für die Kamera
Handy ratgeber & tests
Featured: Welches iPad für die Uni? Das solltest Du beim Kauf beachten
Job & geld
Urteil: Steuerfahnder dürfen nicht immer unangekündigt aufkreuzen
Empfehlungen der Redaktion
Regional rheinland pfalz & saarland
Prozess: Polizistenmord: Ermittler schildern Vernehmungen nach Tat
Panorama
Prozess: Polizistenmorde: Ermittler schildern Vernehmungen nach Tat
Regional rheinland pfalz & saarland
Landgericht Kaiserslautern: Polizistenmord: Angeklagter spricht: Anzeige wegen Fotos
Regional rheinland pfalz & saarland
Gewalttat: Vernehmungen im Polizistenmord-Prozess
Regional rheinland pfalz & saarland
Polizistenmord: Zeugin in Prozess: Nebenangeklagter schilderte Angst
Regional rheinland pfalz & saarland
Landgericht Kaiserlautern: Erkrankung: Verhandlung im Polizistenmord-Prozess abgesagt
Regional rheinland pfalz & saarland
Prozess: Polizistenmorde: Trotz Gutachten weiter offene Fragen
Regional rheinland pfalz & saarland
Polizistenmord: Obduktionsergebnis im Mordprozess: Keine Tatortbegehung