Gericht: Nur nüchtern zuverlässig genug für Waffengebrauch

Wer alkoholisiert mit einer Waffe schießt, kann als zu unzuverlässig für deren Besitz oder Nutzung gelten. Das geht aus einem am Donnerstag bekannt gewordenen Urteil des Verwaltungsgerichts Trier hervor. «Waffenrechtlich zuverlässig ist nur derjenige, der Schusswaffen ausschließlich in nüchternem Zustand gebraucht und so sicher sein kann, keine alkoholbedingten Ausfallerscheinungen an den Tag zu legen, die zu Gefährdungen Dritter führen können», teilte das Gericht mit. Die Richter hatten sich mit der Klage eines Waffenbesitzers befasst, der sich gegen eine Entscheidung des Eifelkreises Bitburg-Prüm zum Entzug der Waffenerlaubnis wehrte.
Eine Faustfeuerwaffe mit Magazin und Munition. © David Young/dpa/Symbolbild

Im April 2021 war es dem Gericht zufolge zu einem Polizeieinsatz am Wohnhaus des Klägers gekommen. Er soll auf dem Dachboden zumindest einen Schuss auf eine Vitrine abgegeben haben - mit fast 1,5 Promille intus. Daraufhin widerrief der Kreis die Waffenbesitzkarten sowie den Europäischen Feuerwaffenpass des Klägers, erklärte dessen Jagdschein für ungültig und zog diesen ein. Der Mann besitze nicht mehr die waffenrechtliche Zuverlässigkeit, lautete die Begründung.

Der Mann klagte nach einem erfolglosen Widerspruchsverfahren dagegen. Er habe keine Straftat begangen und es sei kein Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet worden, argumentierte der Mann.

Die Richter wiesen die Klage ab. Auch sie befanden, dass die nötige Zuverlässigkeit angesichts des Waffengebrauchs unter Alkoholeinfluss nicht mehr gegeben sei. «Vorsichtig und sachgemäß» gehe mit Schusswaffen nur um, wer sie ausschließlich nüchtern nutze. Die konsumierte Alkoholmenge sei geeignet gewesen, die Reaktionszeit und die Wahrnehmungsfähigkeit des Klägers zu mindern und enthemmend zu wirken. Gegen das im Oktober ergangene Urteil kann beim Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz Berufung beantragt werden.

© dpa
Weitere News
Top News
Fußball news
Bundesliga: Video und Nerverei: Die Geheimnisse von Zauberfuß Szoboszlai
People news
Moderator: Jay Leno mit Knochenbrüchen nach Unfall
People news
Leute: Prinzen-Frontmann ruft zum Engagement auf
People news
Schauspielerin: Wolke Hegenbarth puzzelt gern mit Sohn Avi
Das beste netz deutschlands
Featured: DeepL Write: So nutzt Du die KI-Schreibhilfe für Texte
Das beste netz deutschlands
Featured: Chat GPT: So nutzt Du den KI-Bot von OpenAI
Internet news & surftipps
Extremismus: SPD-Abgeordneter für 14-Tage-Speicherpflicht für IP-Adressen
Reise
Flüge verspätet und gestrichen: Streik am Düsseldorfer Airport: Diese Rechte haben Reisende
Empfehlungen der Redaktion
Job & geld
Urteil: Nur nüchtern zuverlässig genug für Waffengebrauch
Job & geld
Gericht: 159 Parkverstöße rechtfertigen Entzug der Fahrerlaubnis
Panorama
Kriminalität: Bottroper Apotheker erhält Approbation nicht zurück
Inland
Justiz: Schwuler aus Algerien wird nicht als Flüchtling anerkannt
Regional hessen
PRozess: Urteil: Schwuler aus Algerien nicht als Flüchtling anerkannt
Regional niedersachsen & bremen
Gericht: Klage gegen Gendersprache-Leitfaden bei Audi abgewiesen
Regional nordrhein westfalen
Prozess: Ex-Messdiener fordert Schmerzensgeld: Klage berechtigt
Regional berlin & brandenburg
Senatorin: Jarasch kontert Giffey: «Friedrichstraße wird Fußgängerzone»