Hubschrauberstaffel aus Flutnacht vernommen

Die Videos der Hubschrauberpolizeistaffel aus der Flutnacht beschäftigen auch den Untersuchungsausschuss. Die Polizei betont erneut, dass sie die Filme der Staatsanwaltschaft und dem Untersuchungsausschuss hätte früher vorlegen müssen.
Eine Luftaufnahme des Dorfes Insul zeigt das Ausmaß der Flutzerstörungen vom Juli 2021. © Boris Roessler/dpa/Archivbild

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat die Besatzung der Hubschrauberstaffel, die in der Flutnacht im Ahrtal unterwegs war, inzwischen größtenteils vernommen. Der Pilot, ein Flugtechniker und zwei Einsatzkoordinatoren seien als Zeugen gehört worden, berichtete der rheinland-pfälzische Justizminister Herbert Mertin (FDP) am Donnerstag im Rechtsausschuss des Landtags. Die Auswertung ihrer Aussagen, Unterlagen des Piloten und der sieben Videoaufnahmen aus der Flutnacht dauerten aber noch an. Ein weiteres Besatzungsmitglied der Hubschrauberstaffel solle zudem noch vernommen werden.

Das Landeskriminalamt habe der Staatsanwaltschaft inzwischen zusammenfassende Vermerke zu allen Ermittlungserkenntnissen vorgelegt, berichtete Mertin. Deren Auswertung werde wegen des Umfangs - mehrere hundert Blatt - und wegen der Komplexität und der dem Verfahren zugrundliegenden dramatischen Ereignisse noch Wochen in Anspruch nehmen.

Die Staatsanwaltschaft habe erst aus den Medien von den Viedoaufnahmen aus der Flutnacht erfahren. Die sieben Filme stammten aus der Zeit vom 14. Juli 22.14 Uhr bis zum 15. Juli 6.09 Uhr. Die Staatsanwaltschaft sei von der Polizei aber umfassend zu unterrichten und könne davon ausgehen, dass sie das Material bekomme, hätte also die Filme nicht extra anfordern müssen, betonte der Minister.

Die Präsidenten der Polizeipräsidien Einsatz, Logistik und Technik (PPELT), Christoph Semmelrogge, und Koblenz, Karlheinz Maron, räumten dazu erneut Fehler ein. «Die Videoaufnahmen aus der Nacht hätten übergeben werden müssen», sagte Semmelrogge mit Blick auf die Staatsanwaltschaft und den Untersuchungsausschuss des Landtags zur Flutkatastrophe. Die Hubschrauberstaffel untersteht der Bereitschaftspolizei und damit seinem Präsidium. In der Flutnacht hatten die drei Videos von der Ahr - Mayschoß bis Schuld - aufgrund der Wetterlage und technischer Probleme nicht wie geplant live ins Lagezentrum der Polizei Koblenz gesendet werden können.

Der Fehler ist nach Ansicht von Innenstaatssekretärin Nicole Steingaß (SPD) auf die Belastungssituation zurückzuführen, der die Hubschrauberstaffel in der Flutnacht und am nächsten Tag ausgesetzt gewesen sei. Einen «Fehler bei der Struktur» könne sie nicht erkennen.

© dpa
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