Flut: Bernkastel-Wittlich und Trier-Saarburg vorbereitet

29.04.2022 Auf der Suche nach den Ursachen für den verheerenden Ausgang der Sturzflut im Ahrtal mit 134 Toten will der Untersuchungsausschuss wissen, wie es andere Landkreise gemacht haben. Vertreter aus Bernkastel-Wittlich und Trier-Saarburg berichten.

Ein Hochwasser-Schild steht an einem überfluteten Feld. © Andreas Arnold/dpa/Symbolbild

Die Kreise Bernkastel-Wittlich und Trier-Saarburg haben sich nach eigener Darstellung rechtzeitig auf die Flutnacht im Sommer 2021 vorbereitet. Der damalige Landrat des Kreises Trier-Saarburg, Günther Schartz (CDU), sei zudem «ständig präsent vor Ort gewesen und habe jede Entscheidung mitgetragen», berichtete der stellvertretende Brand- und Katastrophenschützer des Kreises, Christian Neuschwander, am Freitag im Untersuchungsausschuss Flutkatastrophe des Landtages in Mainz.

Der Landrat des Kreises Bernkastel-Wittlich, Gregor Eibes (CDU), brach mit Blick auf die Wetterwarnungen seinen Urlaub in Südtirol ab, fuhr nach Hause und wurde bis zu seiner Rückkehr vom Ersten Beigeordneten Alexander Licht (beide CDU) vertreten. Am Morgen des 15. Juli sei er mit im Kreis unterwegs gewesen, um sich ein Bild zu machen. Bei der Flutkatastrophe am 14/15. Juli 2021 waren im nördlichen Rheinland-Pfalz 135 Menschen ums Leben gekommen, davon 134 im Ahrtal.

Der Katastrophenschutz sei bereits am Morgen des 13. Juli in Hab-Acht-Stellung gewesen, sagte Eibes im Landtag. Am Morgen der Flutkatastrophe, dem 14. Juli, sei schon sehr früh und rechtzeitig der Krisenstab eingerichtet worden, berichtete Licht. «Es war alles schon so ausgerichtet, dass wir auf Knopfdruck Stufe 4 hätten auslösen können.» Von dieser Stufe an ist der Kreis zuständig, und nicht mehr die Kommunen.

«Es gibt kein gleiches Hochwasser», sagte Licht, der 29 Jahre lang dem Landtag in Mainz als Abgeordneter angehörte. «Jedes ist anders und wird durch lokale Ereignisse verändert.» Das habe er als Leiter einer Enquetekommission nach dem Hochwasser 1993/94 gelernt. Die Gutachter hätten bereits damals klargemacht, dass es extreme lokale Hochwasser geben werde. Eine weitere Erkenntnis: «Da war noch nie Wasser, da kommt nie Wasser hin - diesen Satz sollte man sich aus dem Kopf schlagen.»

Der Kreis sei von der Schadenslage nur gestreift worden, stellte der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur, Jörg Teusch, fest. Es seien zwar Gebäude und Infrastruktur beschädigt worden, aber keine Häuser eingestürzt. Teusch sieht nach der Flutkatastrophe erheblichen Nachholbedarf beim Katastrophenschutz: «Der Katastrophenschutz muss ausgebaut werden. Wir brauchen nicht nur 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr, sondern auch im Katastrophenschutz.»

Die Erste Beigeordnete des Kreises Trier-Saarburg, Simone Thiel (CDU), sagte, die technische Einsatzleitung sei bereits am 13. Juli alarmiert und die Verbandsgemeinden am 14. Juli frühzeitig eingebunden worden.

© dpa

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