Kripo ermittelt nach tödlichem Sturz aus Achterbahn

Warum stürzte eine Frau aus einer fahrenden Achterbahn und starb? Das untersuchen nun Ermittler in einem Freizeitpark. Der TÜV betont: Grundsätzlich seien Fahrgeschäfte in Deutschland sicher.
Nach einem tödlichen Unfall auf der Achterbahn ist der Wild- und Freizeitpark in Klotten geschlossen. © Thomas Frey/dpa

Nach einem tödlichen Sturz aus der Achterbahn des Freizeitparks in Klotten an der Mosel hat die Kripo am Montag ihre Ermittlungen fortgesetzt. Schon zuvor seien Spuren gesichert und Zeugen befragt worden, teilten die Ermittler mit. Zu Spekulationen etwa über einen technischen Defekt, Fahrlässigkeit oder Leichtsinn hieß es, die Unfallursache bleibe vorerst unbekannt. Es werde in alle Richtungen ermittelt. Bei Todesfällen dieser Art können Staatsanwaltschaften auch die Einschaltung von Gutachtern sowie die Obduktion der Opfer anordnen.

Am Samstagnachmittag war eine 57-jährige Frau aus dem saarländischen St. Wendel aus der fahrenden Achterbahn gestürzt. Sie erlitt tödliche Verletzungen. Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg. Die 2004 eröffnete Achterbahn ist laut dem Freizeitpark in Klotten im Kreis Cochem-Zell 532 Meter lang und 17,5 Meter hoch. Sie sei kurvenreich mit «maximalem Gefälle und bis zu 60 Stundenkilometer schnell».

Der Geschäftsführer des TÜV-Verbands, Joachim Bühler, sagte, die Fahrgeschäfte in Deutschland seien grundsätzlich «auf einem sehr, sehr hohen Sicherheitsniveau». Er verwies dazu auch auf gesetzlich vorgeschriebene Kontrollen und Wartungen. «Man muss keine Sorge haben, in unsicheren Fahrgeschäften unterwegs zu sein», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Zum Beispiel Bügel oder Anschnallgurte würden besonders geprüft.

«Vor jeder Fahrt muss überprüft werden, ob die besonders sicherheitsrelevanten Teile tatsächlich auch funktionieren und auch eingerastet sind», betonte Bühler. «Jeder kennt das: Man setzt sich in die Achterbahn, man setzt sich in ein Fahrgeschäft, der Bügel wird geschlossen, es macht ein Klack, genau das muss von dem Personal auch kontrolliert werden, ob das tatsächlich der Fall ist, erst dann darf losgefahren werden.»

Der Park in Klotten blieb nach eigenen Angaben wie schon am Sonntag auch am Montag geschlossen, «um eine schnelle Aufklärung des Unfallherganges durch die Behörden zu unterstützen». Auf der Internetseite des Parks hieß es: «Wir möchten auf diesem Weg unser tief empfundenes Mitgefühl der Familie, den Angehörigen und Freunden aussprechen! Unser KLOTTI-Team ist nach wie vor geschockt und fassungslos.» Wegen der zunächst ungeklärten Unfallursache bleibe vorerst unklar, «wie der Parkbetrieb in den nächsten Tagen aussehen wird».

Im südbadischen Rust verwies der dortige Europa-Park auf strikte Sicherheitsvorschriften für die gesamte Branche. «Grundsätzlich unterliegen alle Fahrgeschäfte sehr strengen externen Kontrollen», teilte Deutschlands größter Freizeitpark am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Rust (Ortenaukreis) mit. Jede Anlage werde intensiv vom TÜV überprüft, freigegeben und danach regelmäßig geprüft, berichtete der Europa-Park mit Blick auf Fahrgeschäfte. Meist sei der TÜV (Technischer Überwachungsverein) auch beim Planen neuer Attraktionen eingebunden. «Achterbahnen gelten weltweit im Vergleich als eines der sichersten Fortbewegungsmittel», berichtete der Freizeitpark in Rust.

© dpa
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