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Traurige Gewissheit nach langer Suche - Fünfjähriger ist tot

Er verschwindet vom Spielplatz und wird eine Woche lang vermisst. Dann kommt die traurige Nachricht: Der kleine Junge ist tot. Seine Leiche wurde aus der Saar geborgen.
Suche nach vermisstem Fünfjährigen
Einsatzkräfte der DLRG suchen in der Saar nach einem vermissten Fünfjährigen. © Brandon Lee Posse/dpa

Seit einer Woche hat das Schicksal eines vermissten fünfjährigen Jungen Saarbrücken in Atem gehalten. Tagelang suchte die Polizei intensiv vor allem rund um den Ort, an dem das Kind am 2. Oktober verschwand: einem Spielplatz an der Saar, den es mit seiner Familie besucht hatte. Viele Bürger starteten Suchaktionen und zeigten ihre Solidarität mit der Familie des Jungen, zuletzt bei einem Schweigemarsch in Saarbrücken mit rund 1000 Teilnehmern.

Doch am Montag starb dann jede Hoffnung auf ein gutes Ende. Der kleine Junge wurde tot aus der Saar geborgen. Ein Sprecher des Landespolizeipräsidiums des Saarlandes berichtete, eine Passantin habe am Morgen gegen 8.20 Uhr auf Höhe der Malstatter Brücke in Saarbrücken einen leblosen Körper im Wasser gesehen und die Polizei verständigt. Einsatzkräfte bargen die Leiche.

Wenig später kam die traurige Gewissheit: «Jetzt können wir auch bestätigen, dass es sich bei der Person um den vermissten Mathis handelt», sagte der Sprecher. Eine Obduktion ergab: Der Junge ist ertrunken. Nach dem Ergebnis gebe es keine Hinweise auf Fremdeinwirkung, sagte ein Polizist am Nachmittag. Die zwölfköpfige Ermittlungsgruppe «Spielplatz» werde die Hintergründe noch aufarbeiten. Die Polizei ging davon aus, dass sich der Fünfjährige in einem unbeobachteten Moment eigenständig von dem Spielplatz entfernt hatte.

Der Junge war laut Polizei autistisch veranlagt und nicht dazu in der Lage, zu sprechen. Wenn er auf unbekannte Menschen getroffen sei, sei er oft davongelaufen. Zur Zeit seines Verschwindens soll der Fünfjährige barfuß unterwegs gewesen sein.

Die Betroffenheit bei Menschen, die sich auch an der Suche beteiligt haben, ist am Montag groß. «Kleiner Mathis, wir haben gehofft, dich lebendig wieder zu finden», schreibt eine Facebook-Userin auf einer Seite mit freiwilligen Helfern. Darunter reihen sich dutzende Beileidsbekundungen an die Familie. «Kein Wort der Welt kann diesen Schmerz beschreiben», heißt es da, oder «Es tut mir so unfassbar leid.»

Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) schrieb am Montag auf Facebook: «Seit einer Woche suchen die Eltern und viele hundert Freiwillige gemeinsam mit Polizei und Einsatzkräften nach dem kleinen Mathis.» Nun gebe es leider keine Hoffnung mehr. «Als Mama kann ich mir kaum vorstellen, wie groß der Schmerz der Eltern, der Familie und der Freunde sein muss. Ich wünsche Ihnen alle Kraft der Welt in diesen schweren Stunden. Mögen sie ein bisschen Trost aus der Solidarität so vieler Saarländerinnen und Saarländer ziehen.»

Die Polizei hatte über Tage mit vielen Kräften zu Land, zu Wasser und aus der Luft nach einer Spur des Kindes gesucht. Nach und nach war der Suchbereich ausgeweitet worden, auch Taucher und Suchhunde waren im Einsatz. Bürger und der Einzelhandel waren aufgerufen, nach dem vermissten Kind Ausschau zu halten. Vielen Menschen gehe der Fall nahe, hatte eine Sprecherin der Polizei vergangene Woche gesagt. Die Polizei tue auch «alles Mögliche».

Am Freitagabend waren die großen Suchmaßnahmen der Polizei eingestellt worden. Am Wochenende seien Einsatzkräfte der Polizei aber weiter zu Sucheinsätzen unterwegs gewesen - als Reaktion auf eingegangene Hinweise.

Auch im angrenzenden Frankreich war der Vermisstenfall viel beachtet worden. Französische Nachrichtensender und Zeitungen berichteten über das «besorgniserregende Verschwinden» des autistischen Kindes, das nicht sprechen könne.

Auf der Facebook-Seite «Wo ist Mathis? Où est Mathis?» erinnert am Montag ein roter Luftballon mit der Aufschrift «Mathis» an den Jungen. Auch bei den Suchaktionen hatten Bürger oft rote Luftballons dabei. Der Junge mochte rote Luftballons ganz besonders gerne, wie dessen Vater Medien erzählte.

© dpa ⁄ Birgit Reichert, dpa
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