Uhus auf der Burg: Eulen brüten vermehrt in Menschennähe

06.08.2022 Dank vieler Schutzmaßnahmen haben sich die Bestände der großen Eule erholt. Die Wahl neuer Brutplätze verläuft nicht immer konfliktfrei. Auf der Moschellandsburg im Donnersbergkreis wird nun ein Ersatz-Brutplatz gesucht.

Ein Uhu sitzt mit drei Uhuküken auf einer Mauer der Moschellandsburg in Obermoschel (Donnersbergkreis) in Rheinland-Pfalz. © -/Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE)/dpa/Handout

Die zentrale Schildmauer der Moschellandsburg in der nördlichen Pfalz hat sich ein Uhu als Brutstätte ausgesucht. Mit der ruhigen Aufzucht der Jungvögel war es vorbei, als Mitte Juni insgesamt 6000 bis 7000 Besucher zum «Mittelalterlichen Spektakulum» eintrafen. Veranstalter und Experten wollen nun darüber sprechen, wie Uhu und Burgfest im nächsten Jahr besser in Einklang gebracht werden können.

«Konflikte durch Uhu-Brutplätze in Menschennähe werden immer häufiger, weil der Uhu sehr anpassungsfähig ist und neue Lebensräume besiedelt», sagt der Vorsitzende der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE), Stefan Brücher. «Ratten, Krähenvögel und Tauben als Nahrungsgrundlage gibt es vielerorts und dort werden irgendwann Uhus auftauchen.»

Der Trend zu Uhu-Bruten in Städten, Ruinen und Industrieanlagen sei seit einigen Jahren deutlich zu beobachten, erklärt der Experte. So ließen sich 2020 Uhus auf einem Dach des ZDF-Sendezentrums in Mainz-Lerchenberg zum Brüten nieder. Auch im Norden von Koblenz siedeln Uhus seit Jahren, ebenso auf der Festung Ehrenbreitstein.

Die langjährigen Schutzmaßnahmen und die zunehmende Sicherung von Strommasten haben dem Uhu nach Angaben Brüchers in den vergangenen zehn Jahren eine Bestandszunahme ermöglicht. «Nun brütet er auch in für ihn problematischen Habitaten.»

Mit Rücksicht auf den Uhu auf der Moschellandsburg sei in Abstimmung mit der Kreisverwaltung und der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd eine Sperrzone für das Mittelalterfest eingerichtet worden, sagt der Vorsitzende des Burgvereins Obermoschel, Hans Ruppert. Auch sei die Bühne für den Mittelaltermarkt umgestellt worden. «Die beiden Uhu-Jungen haben den Markt schadlos überstanden.» Bereits zuvor sei ein Küken vermutlich wegen einer Krankheit gestorben. Drei Wochen nach dem Fest sei ein Jungvogel einem Fressfeind zum Opfer gefallen, ein junger Uhu sei weiter an der Burg zu sehen.

Brücher kritisiert jedoch, dass es bei der Veranstaltung zu Verstößen gegen die behördlichen Auflagen gekommen sei. Im eigentlich gesperrten Bereich habe es Bänke mit Dutzenden von Gästen gegeben, spielende Kinder seien bis in die unmittelbare Nähe der Uhuküken hinaufgeklettert.

Die Ausweisung einer Sperrzone sei ein Kompromiss gewesen, der weder für die Uhus noch für die Veranstalter optimal gewesen sei, erklärte die Kreisverwaltung des Donnersbergkreises als untere Naturschutzbehörde. Der Behörde sei es nun daran gelegen, «dem Uhu auf der Moschellandsburg einen störungsfreieren Ersatz-Brutplatz anzubieten».

© dpa

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