Hitzefrei für Städte: Heidbreder wirbt für Aktionspläne

Mit den Akutmaßnahmen von Hitzeaktionsplänen sollen Menschen vor den Gesundheitsgefahren extrem hoher Temperaturen geschützt werden. Langfristig soll der «Hitzeinseleffekt» der Stadt verringert werden. Worms hat den Anfang gemacht. Andere Städte sollen folgen.
Lea Heidbreder sitzt beim Sommerinterview auf dem «Grünen Sofa» der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. © Andreas Arnold/dpa

An heißen Tagen empfiehlt sich eine ausgedehnte Siesta. Längere Mittagspausen und die Verlegung von Arbeitszeiten in den frühen Morgen seien eine Möglichkeit, um sich künftig gezielter für Hitzephasen zu wappnen, sagt die Grünen-Landtagsabgeordnete Lea Heidbreder der Deutschen Presse-Agentur. Einen ersten Hitzeaktionsplan (HAP) zur Vorbereitung auf solche Akutmaßnahmen hat jetzt die Stadt Worms aufgestellt.

«Es wäre sehr sinnvoll, wenn viele weitere Kommunen diesem Beispiel folgen würden», sagt die Abgeordnete. «Dazu können kurzfristige Maßnahmen gehören wie Besuche der Sozialdienste bei älteren Menschen mit der Erinnerung, ausreichend zu trinken.» Bei längerfristigen Maßnahmen wird vor allem die gezielte Begrünung von Stadtflächen in den Blick genommen. Ideal sei das Konzept einer «Schwammstadt», die wie ein Schwamm über Grünflächen Wasser speichere und dann Kühlungseffekte ermögliche, sagt Heidbreder.

Die Idee von Hitzeaktionsplänen geht auf das Hitzejahr 2003 zurück und wurde von Kommunen in mehreren europäischen Städten aufgegriffen. Im Unterschied zu anderen Programmen zur Anpassung an die Klimakrise liegt der Schwerpunkt auf «Akutmaßnahmen, die verhindern, dass Menschen schwer erkranken oder gar sterben», sagt die Biologin Astrid Kleber vom Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen in Trippstadt.

Die besondere Aufmerksamkeit gilt Menschen mit einer stärkeren Anfälligkeit gegenüber Hitzeextremen wie ältere Menschen, Schwangere und Säuglinge oder Wohnungslose. Bei langfristigen Maßnahmen, so erklärt Kleber, steht «die Minimierung des Hitzeinseleffektes» im Vordergrund, also die stärkere Aufheizung eines Stadtgebietes gegenüber dem Umland.

«Wir müssen auch sehen, dass parkende Autos Hitzequellen sind», sagt Heidbreder. «Unter dem Auto bilden sich Wärmepolster, der Asphalt darunter kann sich nicht abkühlen. Hier sind Ideen gefragt, wie öffentlicher Raum anders genutzt werden kann als durch das Abstellen von Autos.»

© dpa
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