Fluglärmgegner zu Kurzstrecken: Ruhiger durch Corona

23.04.2022 Innerhalb Deutschlands sei man mit dem Zug auch schnell unterwegs, sagen Kritiker des Frankfurter Flughafens. Vor dem Tag gegen Lärm verweisen sie auf die Belastung durch den Luftverkehr.

Ein Passagierflugzeug der Lufthansa befindet sich im Landeanflug. © Silas Stein/dpa/Symbolbild

Die Corona-Pandemie hatte vorübergehend Ruhe gebracht - inzwischen ist es wieder lauter am Himmel über dem größten deutschen Flughafen in Frankfurt. Über das Osterwochenende habe sich der Reiseverkehr mit täglich mehr als 1000 Flügen bemerkbar gemacht, sagte Wolfgang Heubner vom Bündnis der Bürgerinitiativen gegen einen Ausbau des Flughafens anlässlich des Tags gegen Lärm kommende Woche (27. April).

Zwar sei die Zahl der Flugbewegungen von und nach Frankfurt noch deutlich geringer als vor der Pandemie. Doch vor allem abends sei die Lärmbelastung hoch. «Zwischen 22.00 und 23.00 Uhr geht es teilweise im Minutentakt», sagte Heubner. Das Bündnis setzt sich für eine Nachtruhe zwischen 22.00 und 6.00 Uhr ein. Derzeit gilt zwischen 23.00 und 5.00 Uhr ein Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen.

Das Bündnis dringt zudem auf eine Verringerung von Flugbewegungen, besonderes Augenmerk gilt dabei Kurzstreckenflügen. Rund 20 Prozent der Flüge über Ostern hätten Ziele in weniger als 500 Kilometer Entfernung zum Ziel gehabt. Diese könnten in den meisten Fällen durch Bahnfahrten ersetzt werden. «Es heißt zwar immer, die Bahn sei unpünktlicher, doch bei der Bahn werden Verspätungen ab fünf Minuten gezählt, bei Flugzeugen ab 15 Minuten», sagte Heubner. Zudem könne man München beispielsweise aus Frankfurt schneller mit dem Zug erreichen als mit dem Flugzeug.

«Wir dürfen nicht mehr auf das Niveau von 2019 kommen», sagte Heubner mit Blick auf den Fluglärm in Rhein-Main. In dem Jahr waren es rund 514 000 Flugbewegungen; mehr als 70 000 davon seien Kurzstrecken gewesen. Einen Flughafen wie den in Frankfurt «mit aggressivem Expansionspotenzial» dürfe es mitten in einem derart dicht besiedelten Ballungsraum nicht geben. Heubner forderte eine Besteuerung von Flugzeugbenzin und einen Stopp von Vergünstigungen für Billig-Airlines.

© dpa

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