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Spiel eins nach den Krawallen: Frankfurt und die Probleme

Die Ausschreitungen von Frankfurt sind nicht spurlos an der Eintracht vorbeigegangen. Nur fünf Tage nach den Vorfällen mit über 200 Verletzten wartet ein heikles Europapokal-Spiel.
Dino Toppmöller
Frankfurts Cheftrainer Dino Toppmöller winkt vor dem Spiel auf dem Platz. © Arne Dedert/dpa/Archivbild

Und jetzt? Nicht einmal eine Woche nach den schweren Krawallen in der Fußball-Bundesliga steht im Frankfurter Stadion die nächste große Bewährungsprobe auf dem Programm. Das Duell der Eintracht mit PAOK Saloniki an diesem Donnerstagabend (21.00 Uhr/RTL) in der Conference League hat sportlich zwar große Brisanz - doch mit deutlich mehr Spannung wird die Situation auf den Rängen erwartet. Über 200 Verletzte gab es am Samstag bei der Gewalteskalation, die Polizei und Fans für in den vergangenen Jahren beispiellos erklärten.

Die Aufarbeitung der unschönen Geschehnisse dürfte noch lange andauern. Trainer Dino Toppmöller war es am Mittwoch zunächst ein Anliegen, sich an die Opfer der Ausschreitungen zu wenden. «Allen Menschen, die sich verletzt haben, möchte ich gute Besserung wünschen. Ich hoffe, dass jeder wieder schnell gesund wird», sagte Toppmöller. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten am Montag als Reaktion extra eine Pressekonferenz einberufen. Auch die Eintracht äußerte sich noch einmal ausführlich in einer Stellungnahme.

Für den Moment dürften beide Seiten hoffen, dass es am Donnerstag ruhig bleibt. Der 43 Jahre alte Toppmöller war vor dem brisanten Europapokal-Spiel um Deeskalation und Zurückhaltung bemüht. «Ich beschäftige mich mit den Dingen, die ich selbst in der Hand habe», sagte er, später auch: «Grundsätzlich bin ich immer ein Freund davon, dass wir bei uns anfangen.»

Kritik an Toppmöller-Aussagen

Für seine Aussage am Samstag, dass die Fans sonst immer eine große Hilfe seien, wurde der Trainer angegriffen. Jens Mohrherr, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, sagte der «Bild»: «Man muss gerade den Ultras mehr vermitteln, dass Support das eine ist – das allgemeine Verhalten aber ebenso zur Visitenkarte des Clubs gehört. Und auch Herr Toppmöller sollte begreifen, dass es Wichtigeres gibt, als zu beklagen, dass keine Stimmung im Stadion war.»

Eintracht-Vorstand Philipp Reschke reagiert weniger diplomatisch als Toppmöller. «Die wiederholten Vorhaltungen und Forderungen der Polizeigewerkschaften bedienen medienwirksam Klischees und sind aktuell überhaupt nicht hilfreich. Die Maßregelung gegenüber unserem Cheftrainer über eine Bemerkung unmittelbar nach dem Spiel ist völlig unangebracht», sagte Reschke.

Mahnung an Fans

Auch in Richtung der Fans hatte der Vorstand mahnende Worte geschickt. «Wir werden die Mitwirkung der Beteiligten hierzu sehr genau im Blick haben. Jeder Einzelne trägt eine Mitverantwortung dafür, dass wir einen sicheren, friedlichen und vor allem erfolgreichen Fußballabend erleben», sagte Reschke. Die Polizei hatte am Montag Szenen gezeigt, bei denen die Beamten unter anderem mit Feuerlöschern und Absperrgittern attackiert wurden. Auch der Verein übte Kritik an Teilen seiner Anhänger. Die Fans wiederum erklärten den Polizei-Einsatz für unverhältnismäßig und übertrieben.

Die Polizei hat eine Sonderkommission eingerichtet und arbeitet das Geschehen mit rund 50 Personen auf. «Parallel bereiten wir natürlich das Spiel am kommenden Donnerstag vor. Wir werden das Spiel mit der gebotenen Professionalität angehen, mit Gelassenheit. Wir erwarten das aber auch vonseiten der Problemfans», sagte Polizeipräsident Stefan Müller.

Sportlich geht es für die Eintracht um den Gruppensieg in der Conference League. Das Überwintern im Europapokal ist sowohl für die Hessen (neun Punkte) als auch für die Gäste aus Griechenland (zehn) bereits sicher. «Wir wollen das Schicksal in eigenen Händen haben. Wir wollen das Spiel gewinnen. Ich bin auch zuversichtlich, dass wir das mit einer guten Leistung auch tun werden», sagte Toppmöller.

© dpa ⁄ Patrick Reichardt, dpa
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