Demonstration zum Christopher Street Day in Mainz

Kritik an jüngsten Äußerungen aus der CDU und die Forderung nach einem Stopp der Diskriminierung von Transmenschen haben den CSD in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt bestimmt.
Ein Teilnehmer der Demonstration zum Christopher Street Day (CSD) hält ein Plakat. © Peter Zschunke/dpa /dpa

Mit einer vielfarbigen Demonstration hat die homosexuelle und queere Community in Mainz ihre Forderung nach geschlechtlicher Selbstbestimmung für alle bekräftigt. Nach Polizeiangaben waren es rund 2500 Menschen, die das Zentrum der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt zum Christopher Street Day (CSD) in die Farben der Regenbogenflagge hüllten. Auf einer Kundgebung kritisierte Philipp Gresch vom Vorstand des veranstaltenden Vereins Schwuguntia jüngste Äußerungen des Mainzer CDU-Vorsitzenden Thomas Gerster.

«Wir fordern Konsequenzen», sagte Gresch. «Wir lassen uns nicht mit Nazis vergleichen.» Nach dem CSD in Berlin hatte Gerster das Hissen der Regenbogenfahne am Bundestag kritisiert und in Anspielung auf die NS-Zeit auf Twitter geschrieben: «Man hat schon einmal schwarz-rot-gold durch andere Farben ersetzt.» Später entschuldigte er sich und löschte den Tweet.

Zu den Schwerpunkten der einwöchigen CSD-Aktionswoche gehörte die Forderung nach Akzeptanz für transsexuelle Menschen. «Wir sind kein Freiwild, es muss Schluss sein mit der Gewalt», rief Gresch, nachdem er jüngste Übergriffe auf queere Menschen im Rhein-Main-Gebiet angeführt hatte.

Zu den Teilnehmerinnen gehörte die Mainzerin Johanna, die als Transfrau zu Beginn der Demonstration sagte: «Ich spüre immer mehr diese Besessenheit von vielen Menschen, alle in in eines von zwei Geschlechtern einzusortieren». Johanna fügte hinzu: «Das gibt immer Krach, bis hin zu Todesdrohungen.» Alle müssten selbstbestimmt ihr Geschlecht angeben und mit welchen Pronomen sie angesprochen werden wollten.

«Wir sind eine Community, wir lassen uns nicht aufteilen», sagte Gresch. «Alle müssen geschützt werden.» Der Sprecher des Vereins Schwuguntia moderierte am Vorabend der Demonstration eine Drag Show, in der tradierte Geschlechtsklischees mit überspitzenden Persiflagen auf die Schippe genommen wurden.

Rheinland-Pfalz erlebt in diesem Sommer insgesamt vier CSD-Aktionen. In Trier gab es bereits am 16. Juli eine Demonstration. In Koblenz ist es am 20. August soweit, in Bad Kreuznach wird ein kleinerer CSD für den 17. September geplant.

© dpa
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