SPD strebt Strukturreform an: Schwieriger Herbst und Winter

05.07.2022 Die rheinland-pfälzische SPD will sich bei einem außerordentlichen Parteitag an diesem Samstag (9. Juli) in Idar-Oberstein strukturell neu aufstellen. Die neun regionalen Geschäftsstellen im Land sollten von Routineaufgaben wie etwa der Mitgliederverwaltung entlastet und diese an anderer Stelle gebündelt werden, um so mehr Zeit für den Kontakt zu den rund 800 Ortsvereinen zu ermöglichen, sagte der Landesvorsitzende Roger Lewentz am Dienstag in Mainz.

Das Logo der SPD in der Parteizentrale in Berlin. © Wolfgang Kumm/dpa/Symbolbild

Unter dem Motto «Stark bleiben. Vorausdenken» werde es bei dem Arbeitsparteitag auch darum gehen, «dass der Herbst und Winter besonders schwer werden können», sagte Lewentz mit Blick auf den Krieg Russlands gegen die Ukraine, Preissteigerungen von Energie und Lebensmitteln sowie eine mögliche Gas-Mangellage. «Man darf die Herausforderungen, die auf die Gesellschaft zukommen können, nicht unterschätzen», betonte der SPD-Chef, der auch Innenminister ist.

Die vorgeschlagene Strukturreform sei «ein Angebot, die Umstände anzunehmen, die wir jetzt haben». Die Zeiten mit mehr als 50.000 Mitgliedern seien vorbei. Laut Lewentz hat die SPD aktuell noch rund 32.000 Mitglieder - trotz ihrer Erfolge mit jetzt schon 31 Jahren in der Regierung ungefähr 7500 weniger als vor zehn Jahren. Das Durchschnittsalter liege bei 60 Jahren.

Die Beiträge seien landesweit ein «absoluter Flickenteppich», sagte Generalsekretär Marc Ruland. Diese sollten vereinheitlicht und künftig - wie in anderen Landesverbänden - zu 65 Prozent statt wie bisher zu 55 Prozent an die Landespartei gehen; der Rest ist unter anderem für den Bundesvorstand bestimmt.

«Zwei Jahre Pandemie waren auch für das Parteileben eine sehr schwere Zeit», konstatierte Lewentz. Jetzt gehe es auch darum, dass die Partei wieder in Schwung komme. Zu dem Parteitag werden mehr als 400 Mitglieder erwartet. Künftig sollten die Parteitage auf rund 250 begrenzt werden, damit man wieder im ganzen Land und nicht nur in den großen Hallen der Oberzentren tagen könne. Auch das werde auf dem Parteitag diskutiert.

© dpa

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