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Minister Hoch: «Wir brauchen ein Team» an der Unimedizin

An der Mainzer Unimedizin wurde zuletzt des Öfteren gegeneinander und weniger miteinander gearbeitet. Das muss sich angesichts der Herausforderungen ändern, sagt Wissenschaftsminister Hoch. In den kommenden Monaten gilt es, entscheidende Weichen zu stellen.
Universitätsmedizin Mainz
Der Eingang der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. © Tim Würz/dpa

Nach internen Querelen der vergangenen Monate braucht es an der Mainzer Universitätsmedizin nach Einschätzung des rheinland-pfälzischen Wissenschaftsministers Clemens Hoch künftig im Vorstand mehr gemeinsames Handeln. «Wir brauchen ein Team», sagte der SPD-Politiker in einem Redaktionsgespräch der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Dieser Aspekt sei auch bei der zum April kommenden Jahres anstehenden Neubesetzung der Posten des wissenschaftlichen und des medizinischen Vorstandes zu beachten.

Für die Kandidatensuche sei eine Findungskommission zuständig. Es seien bereits Gespräche geführt worden und es würden noch weitere geführt, sagte Hoch. Er sei zuversichtlich, dass bis zum Herbst die Nachfolge geklärt werde. Dass die Unimedizin ungeachtet der jüngsten Schlagzeilen einen guten Ruf habe, zeige die «sehr gut Bewerberlage».

In der Findungskommission sitzen nach Angaben von Hoch neben dem Gesundheitsstaatssekretär und Chef des Aufsichtsrates der Unimedizin, Denis Alt (SPD), der frühere Präsident der Landesvereinigung Unternehmerverbände (LVU), Gerhard Braun, der Präsident der Medizinischen Hochschule Hannover, Michael Manns, der Präsident der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität (JGU), Georg Krausch, zwei Vertreter des Personalrats der Unimedizin sowie zwei Vertreter und eine Vertreterin des Finanzministeriums.

Hoch betonte, in den vergangenen Jahren habe es an der Unimedizin zu viel «Silodenken» gegeben, es sei zu viel in Bereichen und zu wenig zusammen gedacht sowie mit dem Finger auf andere gezeigt worden. «Wenn es gelingt, die inneren Prozesse in ein fruchtbares Arbeitsumfeld zu bringen, dann ist da richtig Potenzial», sagte Hoch. Ein Vorstand müsse Entscheidungen gemeinsam treffen. «Da möchte ich hinkommen», erklärte der Minister.

Zuletzt waren tiefgehende Unstimmigkeiten zwischen dem kaufmännischen Vorstand Christian Elsner und Leitern einzelner Kliniken unter dem Dach der Unimedizin offen zutage getreten. Die Klinikleiter werfen Elsner unter anderem einen zu rigiden Sparkurs vor. Sie hatten sich unter anderem in Briefen an das Wissenschaftsministerium gewandt.

Das Ministerium hat eine Analyse der Organisation der Unimedizin beim Beratungsunternehmen Roland Berger in Auftrag gegeben. Vor kurzem war dafür ein neuer Projektleiter eingesetzt worden. Das geschah auf Wunsch von Aufsichtsrat und Vorstand der Unimedizin, um jeden Eindruck der Befangenheit zu vermeiden, wie es hieß. Die Entscheidung wurde laut Unimedizin vor dem Hintergrund getroffen, dass der bisherige Vertreter von Roland Berger und Elsner in der Vergangenheit fachlich zusammengearbeitet hätten.

Zentrale Frage der Organisationsanalyse ist Hoch zufolge, wo Prozesse tatsächlich nicht gut seien und wo vor allem die persönliche Chemie etwa zwischen Vorstand und Einrichtungsleitern nicht stimme und dies die Entwicklung möglicherweise bremse. Er sehe, dass etwa bei den Themen IT und IT-Sicherheit, Bau und Bauunterhalt sowie dem Schließen personeller Lücken an der Unimedizin in den vergangenen Jahren nicht immer stringent gearbeitet worden sei, sagte Hoch.

Außerdem wurde an der Universitätsmedizin ein Experte für Kommunikation und Konfliktmanagement eingesetzt, wie der Minister berichtete. Er rechne im Herbst mit Berichten sowohl von Roland Berger als auch von diesem Experten. Dann solle die zum Jahresende angekündigte Änderung des Universitätsmedizingesetzes angegangen werden.

Eine Idee für die Novelle sei, dass der Pflegevorstand neben dem wissenschaftlichen, medizinischen und kaufmännischen Vorstand zu einem vierten gleichberechtigten Mitglied des Gremiums werden soll. Nachgedacht werden könne auch darüber, ob angesichts des Bau-Masterplans für die Unimedizin, der bis 2038 Investitionen in Höhe von rund 2,2 Milliarden Euro vorsieht, die Schaffung eines Bauvorstands sinnvoll sei.

© dpa
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