Erste Tarifverhandlung für Metall-Mittelgruppe ohne Ergebnis

8,0 Prozent mehr Geld oder Verzicht - die Vorstellungen der Tarifpartner in der Metall- und Elektroindustrie liegen noch weit auseinander. Die hohe Inflation macht die Lösung nicht leichter.
Das Logo der IG Metall ist an einer Wand zu sehen. © Daniel Karmann/dpa/Symbolbild

Die erste Verhandlungsrunde für die rund 380.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland ist erwartungsgemäß ohne Ergebnis geblieben. Die IG Metall begründete am Mittwoch bei der Runde in Oberursel bei Frankfurt erneut ihre Forderung nach 8,0 Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber legten kein Angebot vor und betonten die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die nur gemeinsam bewältigt werden könnten. Die Gespräche sollen am 7. Oktober im rheinland-pfälzischen Landau fortgesetzt werden.

Der IG-Metall-Verhandlungsführer Jörg Köhlinger stellte die hohen Energie- und Lebenshaltungskosten der Beschäftigten den stabilen Gewinnen insbesondere der Autoindustrie gegenüber. Die IG Metall sehe, dass die Arbeitgeber ebenfalls von den stark steigenden Energiekosten betroffen sind, anders als die Beschäftigten könnten sie diese aber größtenteils an Dritte weitergeben. Es sei beschämend, dass Verbandsvertreter in der angespannten Situation Arbeitszeitverlängerungen durchsetzen wollten und den Beschäftigten Verzicht predigten.

Die Arbeitgeber warnten vor der drohenden Rezession. Die Produktion liege immer noch 12 Prozent unter dem Niveau von 2018, erklärte der Verhandlungsführer der Arbeitgebergemeinschaft M+E Mitte, Johannes Heger. Rund die Hälfte der Unternehmen könne die von Putins Krieg ausgelösten «absurden» Preissteigerungen nicht oder nicht in ausreichendem Maße an die Kunden weitergeben. Die Unternehmen benötigten jeden Euro für Investitionen dringend. «Wir wollen die aktuellen Krisen bewältigen und dabei die Zukunft der Arbeitsplätze sichern», sagte Heger. Man brauche einen Tarifvertrag, der von beiden Seiten als vorteilhaft angesehen werde.

Die Tarifverhandlungen in der größten deutschen Industriebranche werden zunächst regional geführt, bevor die Parteien einen Pilotbezirk ausdeuten. Gelingt dort ein Abschluss, wird das Ergebnis in den anderen Bezirken übernommen. Die Verhandlungen für Thüringen, das ebenfalls zum Gewerkschaftsbezirk Mitte gehört, fanden separat in Eisenach statt.

© dpa
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